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Mandat bei einer Krankenkasse

DMZ –  BLICKWINKEL ¦ Ruedi Stricker ¦ 

 

Ja, es stimmt. Ich habe ein Mandat bei einer Krankenkasse. Ich hatte es vergessen, war an der Pressekonferenz gestresst. Das kommt halt vor. Wir sind Menschen, auch wir Politiker. Mein PR Berater, den ich hinzugezogen hatte, um alles korrekt zu machen, sagte noch: «Seien Sie so offen wie immer. Mit Ihrer Authentizität kann Ihnen nichts passieren.» Aber wir haben noch am gleichen Tag die Redaktionen über das Missverständnis informiert. Schlicht und klar per E-Mail. Für mich war die Angelegenheit damit erledigt.

 

Dass nun ein derartiges Kesseltreiben veranstaltet wird - und das wohlgemerkt für ein absolut legales Vorgehen - hat zweifellos Gründe. Als Verfechter einer gerechten Sache macht man sich nicht nur Freunde. Ich habe damals die Schweinereien jener Leute aufgedeckt, die sich vermutlich jetzt an mir rächen wollen. Wie soll ich mich dagegen wehren, dass gekaufte Agenten an einer Pressekonferenz jedes Wörtchen aufschreiben und jedes Wimpernzucken so deuten, dass es ins Bild ihrer Auftraggeber passt?

 

Leider haben nicht alle Redaktionen den Dreck abgelehnt. In einem Fall erreichte ich einen Verzicht nur durch die Zusage, mich in der nächsten Session für die Presseförderung stark zu machen, und in einem weiteren Fall musste mein Anwalt sogar mit einer superprovisorischen Verfügung erreichen, dass die Publikation nicht ausgerechnet am Tag der Delegiertenversammlung meiner Partei erfolgt.

 

Zur Sache selber: Dieses Mandat bei der Krankenkasse hat null und nichts mit der bevorstehenden Abstimmung zu tun. Wer etwas Anderes behauptet, lügt. Ich habe dieses Mandat zuerst abgelehnt, wollte mich auf meine Arbeit und meine Familie konzentrieren, und nicht zuletzt hat mich auch der Hausarzt gewarnt. Aber als Nationalrat ist man nicht nur Privatmann. Ich habe mich also der Verantwortung gestellt und habe trotz der Mehrbelastung Freude an diesem Brückenbau zwischen Volk und Parlament, zwischen Staat und Bürger. Wenigstens ist bis jetzt keiner aufgetaucht, der mir auch noch das Honorar missgönnt. Als ob es hier um Geld ginge!

 

Ich habe einen Fehler gemacht, ich stehe dazu, und ich habe ihn korrigiert. Aber offenbar gibt es auch bei den Medien Subjekte, die vor nichts zurückschrecken. Und wer sagt uns, dass nicht ausgerechnet diese Heuchler zu Hause ihre Frauen und Kinder misshandeln? Und genau das ist doch das Erschreckende am Ganzen!

 

Florian Heuchl, Nationalrat

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