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Medizintechnologie: Hydrogel-Implantat gegen Endometriose (Do, 18 Jul 2024)
DMZ – WISSENSCHAFT / MM ¦ AA ¦      Dübendorf, St. Gallen und Thun - Eine bahnbrechende Entwicklung von Forschenden der ETH und der Empa könnte Millionen von Frauen weltweit zugutekommen: Ein neuartiges Hydrogel-Implantat, das nicht nur als Verhütungsmittel dient, sondern auch die Ausbreitung der Endometriose verhindern kann.   Hydrogele finden in vielen Bereichen Anwendung, von Kontaktlinsen über die Medikamentenfreisetzung im Körper bis hin zu Feuchtigkeitscremes und Wasserspeichern im Boden. Nun haben Forschende erstmals ein Hydrogel-Implantat entwickelt, das in die Eileiter von Frauen eingesetzt werden kann, um sowohl als Verhütungsmittel zu wirken als auch die Entstehung und Ausbreitung von Endometriose zu verhindern.   Vor rund vier Jahren begann die Reise dieser Innovation, als Inge Herrmann in ihrer Forschungsgruppe am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH und an der Empa einen gynäkologischen Oberarzt einstellte. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichte es dem Team, neue Wege in der klinisch-orientierten Forschung zu beschreiten. Ursprünglich mit dem Ziel, ein neues Verhütungsmittel zu entwickeln, erkannten die Forschenden bald das zusätzliche Potenzial des Hydrogel-Implantats zur Prävention von Endometriose.   Endometriose betrifft etwa zehn Prozent aller Frauen und entsteht vermutlich durch den Rückfluss von Menstruationsblut durch die Eileiter in die Bauchhöhle. Dieses Blut enthält Zellen der Gebärmutterschleimhaut, die sich in der Bauchhöhle ansiedeln und dort Entzündungen, Schmerzen und Narbengewebe verursachen können. Das Hydrogel-Implantat blockiert den Eileiter und verhindert so den Rückfluss des Menstruationsbluts, wie in einer kürzlich in der Fachzeitschrift Advanced Materials publizierten Studie beschrieben.   «Wir fanden heraus, dass das Implantat ein gummibärchenartiges, sehr weiches Gel sein muss, das nur minimal mit dem Gewebe reagiert und nicht als Fremdkörper wahrgenommen und abgestoßen wird», erklärt Alexandre Anthis, Erstautor der Studie. Ein bedeutender Vorteil von Hydrogelen ist ihr Aufquellen bei Kontakt mit Flüssigkeit. Das entwickelte Implantat ist zunächst nur etwa zwei Millimeter lang, kann ohne Operation mit einem Hysteroskop eingesetzt werden und schwillt im Eileiter auf mehr als die doppelte Größe an. Das Hydrogel wirkt dann als Barriere, die weder Spermien noch Blut durchlässt. «Unser Hydrogel-Implantat lässt sich mit UV-Licht oder einer speziellen Flüssigkeit leicht abbauen, sodass es nicht operativ entfernt werden muss, sollte eine Patientin den Eingriff rückgängig machen wollen», ergänzt Herrmann.   Die interdisziplinäre Zusammenarbeit war der Schlüssel zum Erfolg dieser Innovation. Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die richtige Balance zwischen Stabilität und Abbaubarkeit des Implantats zu finden. Ex-vivo-Experimente an menschlichen Eileitern und Tierversuche an Schweinen bestätigten die Funktionalität und Verträglichkeit des Implantats. Nach drei Wochen war das Hydrogel-Implantat im Schwein noch an Ort und Stelle und hatte keine Fremdkörperreaktion ausgelöst.   Zusammen mit der ETH und Empa meldeten die Forschenden ein Patent an. Weitere Studien sind erforderlich, um das Implantat zur Marktreife zu bringen. Das Team sucht nun nach Kooperationspartnern in der Industrie und im Hochschulbereich, um die Technologie denjenigen zugänglich zu machen, die sie am dringendsten benötigen.   Da es sich bei der Endometriose um eine komplexe menschliche Krankheit handelt, bleibt die Langzeitwirkung des Hydrogel-Implantats eine Herausforderung. Klinische Datensätze von Endometriose-Patientinnen sollen dabei helfen, diese Frage zu klären.   «An der Schnittstelle zwischen Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik und Gynäkologie wird bisher sehr selten geforscht. Dabei ist dieses Forschungsgebiet enorm wichtig. Wenn wir mit unserer Arbeit einen Beitrag leisten können, ist das ein wichtiger Schritt,» sagt Herrmann, die kürzlich das Ingenuity Lab an der Universitätsklinik Balgrist eröffnet hat, um Materialinnovationen in die Klinik zu bringen.       > Zur Studie   Herausgeber: Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt http://www.empa.ch Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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DE: "Bundesregierung bleibt verlässlicher Förderer unserer Kultur- und Medienlandschaft" (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ AA ¦         Für den Bundeskulturetat stehen 2025 insgesamt gut 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Bundeskabinett hat heute mit dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2025 diesen Betrag beschlossen, was trotz der angespannten Haushaltslage einen leichten Aufwuchs im Vergleich zum Regierungsentwurf 2024 darstellt.   Kulturstaatsministerin Claudia Roth betont die Bedeutung dieser Entscheidung: „Mit dem Regierungsentwurf zum Kulturhaushalt 2025 erweist sich die Bundesregierung gerade in diesen herausfordernden Zeiten als verlässlicher Förderer unserer Kultur- und Medienlandschaft. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen können wir die kulturpolitischen Ziele des Koalitionsvertrages weiter voranbringen.“   Zusätzlich zum Kulturetat wurde heute das Wirtschaftsdynamisierungspaket beschlossen. Die Bundesregierung erkennt darin ausdrücklich die wichtige Rolle der Filmwirtschaft und der Games als zentrale Bereiche für die Kreativwirtschaft und die wirtschaftliche Dynamisierung an. „Gemeinsam mit den Ressorts und den Ländern wollen wir durch ein automatisiertes, steuerbasiertes Zulagensystem neue Anreize setzen und Deutschland auch international wieder konkurrenzfähiger machen. Damit können Filmproduktionen nach Deutschland geholt und Produktionen hier gehalten werden“, erläuterte Roth.   Parallel dazu wird im Haushalt der BKM die kulturelle Filmförderung des Bundes gestärkt und der Reformprozess für eine modernisierte Filmförderung fortgesetzt. Auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält eine erneute deutliche Erhöhung der Bundesförderung, um den Betrieb der Stiftung in Zeiten hoher Kostensteigerungen zu sichern.   Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Kampf gegen Desinformation. „Deutschland muss im Ausland mit journalistischer Qualität vertreten sein. Deswegen sichern wir die Deutsche Welle ebenfalls durch einen Mittelaufwuchs ab“, so Roth.   Mit diesem Etatentwurf sorgt die Bundesregierung außerdem für Kontinuität bei den vom Bund geförderten Kultureinrichtungen. Diese erhalten die notwendige Sicherheit für ihre Planungen, insbesondere die Absicherung der Kostensteigerungen aus der letzten Tarif- und Besoldungsrunde durch eine zentrale Vorsorge im Bundeshaushalt, wofür Roth dem Bundesfinanzminister dankte. „Dies verschafft den Einrichtungen wichtige Spielräume für ihre inhaltliche Arbeit“, fügte sie hinzu. Für 2025 sind unter anderem folgende Vorhaben geplant: Kulturelle Filmförderung: Eine Aufstockung um 11,3 Millionen Euro ab 2025, wobei der Aufwuchs formal bei über 18 Millionen Euro liegt. Hierin sind auch 7 Millionen Euro für die Kinoförderung enthalten, die zuvor an anderer Stelle im Haushalt verortet waren. Für 2026 und 2027 ist ein Aufwuchs von je zwei Millionen jährlich vorgesehen. Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Zusätzliche 17 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen, um den Betrieb der Stiftung in Zeiten hoher Kostensteigerungen zu sichern. Deutsche Welle: Zusätzliche Mittel in Höhe von 25 Millionen Euro im Vergleich zur bisherigen Finanzplanung. Gedenkstättenarbeit: Gemäß Koalitionsvertrag soll die Arbeit der Gedenkstätten gestärkt werden. Der Aufbau des Deutsch-Polnischen Hauses wird mit einer Million Euro vorangebracht. KulturPass: Der KulturPass wird 2025 fortgeführt. Europäische Kulturhauptstadt Chemnitz: Der Bund unterstützt Chemnitz mit insgesamt 25 Millionen Euro, davon 10 Millionen Euro im kommenden Jahr. Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2025 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens.        Quelle / Herausgeber: PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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CH: Schweiz verzeichnet Rückgang bei Asylgesuchen im Juni 2024 (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ – GESELLSCHAFT / MM ¦ AA ¦      Bern-Wabern– Im Juni 2024 wurden in der Schweiz 1881 Asylgesuche registriert, was einem Rückgang von 476 Anträgen im Vergleich zum Vormonat entspricht (-20,2 %). Gegenüber Juni 2023 sank die Zahl der Asylgesuche um 514 (-21,5 %). Die wichtigsten Herkunftsländer der Asylsuchenden waren Afghanistan und die Türkei. Darüber hinaus erhielten 1033 aus der Ukraine geflüchtete Personen den Schutzstatus S, während dieser Status in 1559 Fällen beendet wurde.   Herkunftsländer und Asylgesuche Die meisten Asylgesuche im Juni 2024 stammten aus Afghanistan (631 Gesuche), gefolgt von der Türkei (300 Gesuche), Eritrea (152 Gesuche), Algerien (102 Gesuche) und Marokko (79 Gesuche). Im Vergleich zum Mai 2024 sanken die Anträge aus Afghanistan um 209, während die Gesuche aus der Türkei um vier Anträge stiegen. Die Gesuche aus Algerien und Marokko verzeichneten ebenfalls einen Rückgang von 72 beziehungsweise 40 Anträgen.   Primär- und Sekundärgesuche Von den 1881 Asylgesuchen im Juni 2024 waren 1405 Primärgesuche. Dies bedeutet, dass diese Anträge unabhängig von anderen, bereits gestellten Anträgen eingereicht wurden. Primärgesuche aus den wichtigsten Herkunftsländern verteilten sich wie folgt: Afghanistan (391), Türkei (191), Algerien (99), Marokko (77) und Eritrea (70). Im Falle Afghanistans standen etwa 150 der 631 Asylgesuche im Zusammenhang mit einer Praxisänderung bezüglich afghanischer Asylsuchender.   Erstinstanzlich erledigte Asylgesuche Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bearbeitete im Juni 2024 insgesamt 2583 Asylgesuche. Dabei wurden 512 Nichteintretensentscheide gefällt, darunter 375 auf Grundlage des Dublin-Abkommens. 904 Personen erhielten Asyl und 372 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Fälle sank um 322 auf 12.809.   Ausreisen Im Juni 2024 verließen 894 Personen die Schweiz kontrolliert oder wurden in ihr Herkunftsland oder einen Drittstaat rückgeführt. Zudem stellte die Schweiz bei 636 Personen Übernahmeersuchen an andere Dublin-Staaten, von denen 174 Personen in den zuständigen Dublin-Staat überführt wurden. Umgekehrt ersuchten andere Dublin-Staaten die Schweiz um Übernahme von 415 Personen, von denen 99 Personen überstellt wurden.   Ukraine: Schutzstatus S Im Juni 2024 beantragten 1180 Personen aus der Ukraine den Schutzstatus S, wovon 1033 Anträge gewährt wurden. Bei 94 Personen wurde der Antrag abgelehnt, da die Kriterien nicht erfüllt waren. Insgesamt wurde der Schutzstatus S seit seiner Einführung in 25.971 Fällen beendet, wobei die Beendigung in 2242 Fällen noch geprüft wird. Ende Juni 2024 hatten 66.189 Personen den Schutzstatus S.     Grafiken Asylstatistik Juni 2024 Herausgeber: Staatssekretariat für Migration https://www.sem.admin.ch/sem/de/home.html Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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AT: #MehralseinKreuzerl: Die halbe Welt geht heuer wählen (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦   Mehrheitswahl, Verhältniswahl und andere Systeme im Vergleich Wien – Rund die Hälfte der Weltbevölkerung ist 2024 bei einer Wahl wahlberechtigt. 57 parlamentarische Kammern weltweit werden heuer direkt gewählt. Weitere 17 werden indirekt bestellt oder ernannt. Insgesamt 74 parlamentarische Kammern werden 2024 also neu besetzt. Dabei finden Wahlen auf allen Erdteilen statt. Ein Blick auf die Zahlen sowie auf drei Länder auf drei Kontinenten – die USA, Litauen und Namibia – zeigt die unterschiedlichen Wahlsysteme auf.   Wahlen auf jedem Kontinent Zahlreiche – große und auch kleinere – Parlamentswahlen sind 2024 bereits geschlagen. In Asien etwa waren in der "größten Demokratie der Welt" Indien bereits im Frühling fast eine Milliarde Menschen zur Wahl aufgerufen. In Indonesien waren es im Februar über 204 Millionen. In Afrika machten die Parlamentswahlen in Südafrika im Mai Schlagzeilen. In Ozeanien wurden im Inselstaat Tuvalu Anfang des Jahres die 16 Sitze im Parlament neu vergeben. In Europa schritten Bürger aller EU‑Staaten im Juni zur Wahl des Europaparlaments. Außerdem wurde vor wenigen Wochen in Frankreich und in Großbritannien gewählt. In Südamerika stehen im Oktober noch Wahlen in Uruguay bevor. Und auf den Ausgang der US-Wahlen im November wartet die ganze Welt gespannt. Die Interparlamentarische Union (IPU) hat auf ihrer Datenplattform Parline alle Termine ebenso wie die unterschiedlichen Wahlsysteme auf der ganzen Welt genau im Blick.   Verhältniswahlrecht häufigstes Wahlsystem Österreich ist mit seinem Wahlsystem international in guter Gesellschaft. Das zeigen Daten, die die IPU zu den Wahlsystemen in 193 Staaten weltweit gesammelt hat. In 77 Staaten wird die mit dem Nationalrat vergleichbare erste Kammer des Parlaments (bzw. bei Einkammer-Parlamenten die einzige Kammer) wie in Österreich durch eine reine Verhältniswahl gewählt. Die Mandate im Parlament werden also entsprechend der Stimmenanteile an die einzelnen Parteien vergeben. Das gängige Verfahren ist hier die Listenwahl. Die zweithäufigste Wahlform ist das Mehrheitswahlrecht, das in 63 Ländern zur Anwendung kommt. Hier geht ein Mandat in einem Wahlkreis also an jene Kandidat mit den meisten Stimmen. 36 Staaten arbeiten mit gemischten Systemen, sieben weitere werden unter "andere Systeme" zusammengefasst. Für sieben Länder – darunter etwa China und Syrien – liegen der IPU keine Informationen vor. Drei Staaten (Afghanistan, Myanmar und Sudan) sind derzeit suspendiert und werden deshalb in den Daten nicht mitgezählt.   USA wählen mit Mehrheitswahlrecht Am 5. November wird in den USA nicht nur der nächste Präsident gewählt, sondern auch der Kongress. Im Repräsentantenhaus werden alle 435, im Senat 34 der 100 Mitglieder neu bestellt. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus werden für eine Periode von zwei Jahren gewählt. Im Senat dauert die Amtszeit sechs Jahre, wobei alle zwei Jahre ein Drittel der Senator neu gewählt wird. Die Wahl zum Repräsentantenhaus findet nach dem Mehrheitswahlrecht statt. In 435 Wahlbezirken wird je ein Vertreter gewählt. Den Sitz bekommt der Kandidat oder die Kandidatin mit den meisten Stimmen. Die Wahlkreise werden nach der Bevölkerungszahl bestimmt und auf die Bundesstaaten aufgeteilt. Jeder Bundesstaat stellt mindestens ein Mitglied des Repräsentantenhauses. Bevölkerungsreiche Staaten entsenden mehrere Abgeordnete. Die Senator werden ebenfalls durch eine Mehrheitswahl bestimmt. Im Unterschied zum Repräsentantenhaus zählt bei der Einteilung in Wahlkreise nicht die Bevölkerungszahl. Jeder der 50 Bundesstaaten stellt einen Wahlkreis mit zwei Sitzen dar.   Wählen dürfen US-Amerikaner ab 18 Jahren. In den meisten Bundesstaaten müssen sich die Wahlberechtigten ein paar Wochen vor der Wahl registrieren lassen, um teilzunehmen zu dürfen. Um für das Repräsentantenhaus kandidieren zu können, muss man mindestens 25 Jahre alt und seit mindestens sieben Jahren US-Staatsbürger sein. Senator kann werden, wer mindestens 30 Jahre alt ist und die Staatsbürgerschaft seit mindestens neun Jahren besitzt. Abgeordnete müssen zudem in dem Wahlkreis bzw. Bundesstaat leben, in dem sie kandidieren.   Litauen hat gemischtes System Gleich drei Mal sind die Bürger in Litauen dieses Jahr zur Wahl aufgerufen. Nach der Präsidentschaftswahl am 12. Mai und der Europawahl am 9. Juni findet am 13. Oktober die erste Runde der Wahl zum litauischen Parlament, dem Seimas, statt. Der Seimas ist ein Einkammerparlament. Die Mitglieder werden für vier Jahre gewählt. Laut der Zentralen Wahlkommission Litauens müssen die Parlamentswahlen am zweiten Sonntag im Oktober jenes Jahres stattfinden, in dem die Legislaturperiode ausläuft. Die 141 Sitze im Parlament werden in einem gemischten Verfahren aus Mehrheits- und Verhältniswahl vergeben. 71 Sitze werden über Direktmandate in Wahlkreisen besetzt. Jeder Wahlkreis entsendet dabei ein Mitglied in den Seimas. Das Mandat erhält jene Kandidat, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erreicht, sofern die Wahlbeteiligung in dem jeweiligen Wahlkreis mindestens 40 % beträgt. Liegt sie darunter, geht das Mandat an jene Kandidat mit den meisten Stimmen, wobei es mindestens ein Fünftel aller Stimmen braucht. Gibt es entsprechend diesen Kriterien keine Sieger, kommt es zwei Wochen später zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidat mit den meisten Stimmen. Die restlichen 70 Sitze des Seimas werden im Verhältniswahlsystem entsprechend der Stimmenanteile der Parteien vergeben. Damit die Wahl gültig ist, muss die Wahlbeteiligung bei mindestens 25 % liegen. Wählen dürfen litauische Staatsbürger ab 18 Jahren. Um gewählt zu werden, muss man 25 Jahre alt sein.   Namibia: Verhältniswahlrecht In Namibia steht am 27. November 2024 gemeinsam mit dem oder der Staatspräsident auch die Nationalversammlung, die erste Kammer des Parlaments, zur Wahl. 96 Sitze werden für eine Legislaturperiode von fünf Jahren direkt gewählt. In der Nationalversammlung gibt es acht weitere, nicht stimmberechtigte Mitglieder, die von dem oder der Präsident ernannt werden. Gewählt wird nach dem Listenwahlrecht in 121 Wahlkreisen. Die Sitze werden dem Anteil der Stimmen entsprechend auf die Parteien aufgeteilt. In Namibia arbeitet man dafür mit einer Wahlzahl, die wie in Österreich berechnet wird, indem die Anzahl der abgegebenen Stimmen durch die zu vergebenden 96 Sitze dividiert wird. Jene Sitze, die im ersten Berechnungsverfahren nicht vergeben wurden, gehen an die Parteien entsprechend dem größten Rest an Stimmen. Wählen dürfen Staatsbürger ab 18 Jahren. Wähler müssen sich vorab registrieren. Ins Parlament einziehen darf man ab 21 Jahren.     Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦  Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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Amtliche Mitteilung: Gutachten zum Fall Sturzenegger (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ – SATIRE ¦ Ruedi Stricker ¦            Im Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen den Betreiber eines gastronomischen Betriebs im Krachenwiler Dorfzentrum hat das Bezirksgericht in einer dem Gemeinderat vorliegenden Verfügung entschieden, dass das Gutachten des Instituts für Linguistische Forensik in den wesentlichen Teilen der Bevölkerung in angemessener Weise zur Kenntnis gebracht wird, um die präventive Wirkung im Sinn der Antirassismusstrafnorm zu unterstützen. Für allfällige Fragen betreffend die Interpretation steht der Gemeindeschreiber der Bevölkerung zur Verfügung.   1. Faktenlage Der angeklagte Herbert Sturzenegger, geb. 22. Januar 1949, heimatberechtigt in Hüntwangen, hat zugegeben, am fraglichen Tag um ca. 19:30 Uhr wörtlich vor mehreren Zeugen gesagt zu haben:   „Der Deutsche stieg kurz vor fünf aus dem Auto und bestellte in der Gartenwirtschaft ein Bier.“   2. Befunde 2.1. „Der Deutsche“ Mit dem Begriff „Der Deutsche“ verbindet der unvoreingenommene Zuhörer einen männlichen Inhaber einer Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik Deutschland. Im vorliegenden Kontext würde jedoch eine angemessene, neutrale und dennoch genügend spezifizierende Bezeichnung eines Kunden „Gast“ lauten. Vor dem historischen Hintergrund und angesichts der aktuellen politischen Spannungen ist deshalb der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass der Angeklagte bewusst versuchte, mit der Formulierung „Der Deutsche“ seiner Geringschätzung Ausdruck zu verleihen.   2.2. „kurz vor fünf“ In unserem Sprachraum gilt als übliche Arbeitszeit die Zeit zwischen acht und fünf Uhr (Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die einschlägigen Redewendungen im Anhang A). Die Aussage, der Gast habe sich bereits vor fünf in der Gartenwirtschaft eingefunden, vermittelt das Bild eines arbeitsscheuen oder gar arbeitslosen Individuums. In einer von protestantischem Arbeitsethos geprägten Kultur kann deshalb diese Feststellung - dazu noch betreffend eine mit Migrationshintergrund belastete Person - nicht anders als abschätzig, ja gar perfid gewertet werden.   2.3. „ein Bier“ Die Tatsache, dass ein Mann ein Bier zu sich nimmt, ist an sich nicht außergewöhnlich. In der Kombination der wesentlichen Fakten wird jedoch unzweifelhaft das Bild eines alkoholsüchtigen, arbeitsscheuen Migranten vermittelt, der kaltblütig in Kauf nimmt, auf dem Heimweg aufgrund seiner verminderten Fahrtüchtigkeit wahllos unschuldige Mitbürger umzubringen.   3. Schlussfolgerungen Die Aussage des Angeklagten ist unter den gegebenen Umständen nicht nur ehrverletzend, sondern eindeutig rassistisch.“   Der Gemeindeschreiber Ruedi Stricker
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Irland: Monumentale Grabanlagen und Hinweise auf Inzest-Dynastien (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ – WISSEN ¦ Patricia Jungo ¦   Nach Untersuchungen von verschiedenen Gräbern in Irland und entsprechenden Genanalysen von mehr als 40 dort Bestatteten stiessen die Forscher auf Übereinstimmungen, welche Hinweise auf inzestuöse Beziehungen liefern. Nicht nur Inzest in der damaligen Elite wurde durch die aktuellen Resultate bestätigt; sie lieferten gleichzeitig den bis heute ältesten Beweis für Trisomie 21.   Auf der irischen Insel scheinen bereits vor 5000 Jahren Dynastien geherrscht zu haben, wie man sie von ägyptischen Pharaonen und Gottkönigen der Inka kennt. Dazu gehörten auch monumentale Grabanlagen und Inzest zwischen den engsten Verwandten der Elite. Wie diese Machtstrukturen entstanden sind, rekonstruiert nun eine Genstudie im Fachblatt „Nature“. Dabei wird auch der früheste Nachweis für das Down-Syndrom etabliert. Die Studie lässt auch Schlüsse auf einen auf Jahrtausende alten tatsächlichen Begebenheiten basierenden irischen Mythos zu. In Irland gibt es Hunderte von „Passage Tombs“, also grosse Grabanlagen. Lange Gänge, unter grossen aufgeschütteten und in Randsteine gefassten Erdhügeln, führen in die Grabkammern. Die aus dem 4. Jahrtausend vor Christus stammenden Anlagen sind also sogar älter als die ägyptischen Pyramiden von Gizeh.   Newgrange gehört zum Unesco-Welterbe Im Osten der Insel und nördlich von Dublin liegt die berühmteste dieser Anlagen; Newgrange. Sie zählt zum Unesco-Welterbe und entstand zwischen 3200 und 3000 vor Christus. Ihr Durchmesser beträgt 90 Meter und ihre Ausrichtung wurde bewusst so gewählt. Zur Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang erreicht das Licht durch den gut 20 Meter langen Gang das innere des Kammergewölbes mit dem Altar. Bis anhin gab es nur wenige Informationen über die Erbauer von Newgrange, das etwa 500 älter als das englische Stonehenge ist. Genetiker Daniel Bradley vom Trinity College Dublin und sein Team gingen dieser Frage auf die Spur. Dazu analysierten sie die Genome von 42 Menschen dieser Zeit aus diversen Gräbern und von 2 Bewohnern der Insel vor jener Epoche.   Es stellte sich dabei heraus, dass in verschiedenen Großgräbern aus diversen Regionen Irlands – außer Newgrange auch in Corrowkeel und Carrowmore im Nordwesten, teilweise entfernt verwandte Menschen zusammen begraben sind. Wie Erstautorin Lara Cassidy in einer Mitteilung des Trinity College berichtet, kann man auf eine mächtige, verzweigte Verwandschaftsgruppe schließen, welcher der Zugang zu Grabanlagen der Elite in vielen Regionen der Insel während mindestens eines halbe Jahrhunderts offen stand. Ein in Newgrange bestattetes Mitglied dieser Gruppe erwies sich als besonders aufschlussreich: Bei den Eltern des Mannes handelte es sich um Verwandte ersten Grades; Geschwister, Eltern oder direkte Nachkommen. Bestimmte Herrscherdynastien wollten sich mit diesen sonst weltweit tabuisierten Inzest-Verbindungen ihren familiären Machtanspruch sichern. Jüngere Beispiele sind aus dem Alten Ägypten und von den Inkas bekannt.   Familienmitglieder als einzige würdige Partner Das Prestige der Bestattungsform weist auf eine extreme Hierarchie hin, bei der einzig Partner der Elite-Familienmitglieder als würdig genug angesehen wurden. Die Isotop-Analysen der menschlichen Relikte gaben auch Aufschluss über die Ernährung der beigesetzten Menschen: Diese bestand aus viel Fleisch und tierischen Produkten; für die Forscher ein weiterer Hinweis für Wohlstand. Des weiteren ist zu erwähnen, dass der Inzest-Befund aus Newgrange an einen aus dem 11. Jahrhundert überlieferten Mythos erinnert. Danach wollte der königliche Erbauer der benachbarten Grabanlage Dowth den Sonnenkreislauf sicherstellen; dies durch Inzest mit seiner Schwester. Für das Team stellt sich aufgrund dieser Parallele zum Studienbefund die Frage, inwiefern mündliche Überlieferungen vier Jahrtausende überdauern könnten. Weiter liefert die Studie den frühesten Nachweis für das Down-Syndrom, die Trisomie 21; dies bei einem Jungen aus dem 5500 Jahre alten Megalith-Grab Poulnabrone im Westen der Insel. Laut Forscher handelt es sich also um einen Trisomie-21-Beleg, der etwa 4000 Jahre älter ist als der bisher früheste.   Verdrängung durch Bauern vor 6000 Jahren Die Daten gaben den Forschern auch Informationen, wonach die frühe Bevölkerung Irlands, welche vom Jagen und Sammeln lebte, von einer zirka vor 6000 Jahren eingetroffenen Bauernpopulation fast vollständig vertrieben wurde. In den folgenden Jahrhunderten bildete sich mit diesen Neuankömmlingen die hierarchische Gesellschaftsform, deren Zeugnis die grossen Grabanlagen darstellen. Laut Alison Sheridan von den National Museums Scotland in Edinburgh hat die besagte Studie spektakuläre Ergebnisse an den Tag gebracht. Demnach habe die Wintersonnenwende für die frühen Bauern als entscheidendes Datum gegolten und es sei anzunehmen, dass die Inselbewohner vor 5000 Jahren von nah und fern zur dieser Feier gekommen seien. Die Studie liefere grundlegende Informationen und helfe massgebend für das Verständnis von früheren Gesellschaften.     Quellen: Brú na Bóinne – World Heritage Site (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf heritagecouncil.ie (PDF) Newgrange. Voices from the Dawn, abgerufen am 14. Juni 2015. Cu Chulainn Champion of Ulster. discoveringireland.com, abgerufen am 15. Juni 2015. oder Doreen McBride: Louth Folk Tales. The History Press, Dublin 2015, ISBN 978-1-336-18471-8. Robert Fischer: Die keltische Religion in Irland und ihre Beeinflussung durch die Christianisierung. (PDF) univie.ac.at, S. 14, abgerufen am 15. Juni 2015.

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Linner Linde (Thu, 18 Jul 2024)
Die „Linner Linde“ Die „Linner Linde“ DMZ – NATUR/KULTUR ¦ Patricia Jungo ¦                          In einer kleinen Gemeinde des Kantons Aargau, in Linn, thront die „Linner Linde“. Dieser Baum gehört dank seiner Gesamterscheinung zu den beeindruckendsten Bäumen Europas. Die Linde verkörpert Wachstumsreife und jugendliche Vitalität auf wunderbare Weise und steht am europäischen Fernwanderweg Pyrénées-Jura-Balaton. Es ist anzunehmen, dass der Baum früher Wegweiser für Wanderer und Pilger war.   Was das Alter der Linde betrifft, herrscht keine Einigkeit. Manche schenken der Sage Glauben, die überliefert, der heilige Gallus, ein irischer Missionar, habe sich schon im 6. Jahrhundert unter der Linde ausgeruht oder sie sogar gepflanzt. Dies ist durchaus wahrscheinlich, da die Linde im Christentum seit eh und je ein wichtiges Symbol war, das man überall zu verbreiten versuchte. Auch bei den Germanen hatte die Linde einen hohen Stellenwert, war sie doch der Götting Freya geweiht. Sie war die Liebesgöttin und Schutzgöttin der menschlichen Gemeinsacht. An den Thingversammlungen unter der Linde wurde auch Recht gesprochen und bis ins Mittelalter tagte das Gericht immer unter der Linde. Die Linde war und ist ein Treffpunkt zum geselligen Zusammensein geblieben. Die Liebenden trafen sich unter der Linde, zur Geburt eines Kindes pflanzte man eine Linde neben dem Haus. Man sagt ihr auch nach, Blitz und Dämonen fernzuhalten.   Im Jahre 1307 wurde das Dorf Linn erstmals in einer Urkunde als „in dem dorf ze Lind“ bezeichnet. Etwas später, im Jahre 1363, tauchte der Name „Linn“ auf, der vom althochdeutschen Wort „lintahe“ stammen könnte, was soviel heisst wie „beim Lindenholz“. Das Dorf Linn wurde 1348/49 von der in Europa wütenden Pestepidemie heimgesucht. Die zahlreichen Toten bestattete man ausserhalb des Dorfes. Wahrscheinlich wurde auch zu der Zeit die heutige Linde gesetzt. Laut Volksglauben hielt die Linde die Krankheiten fern und sollte das Land vor weiterem Unheil schützen. Man glaubte, in Pestlinden könne die Pest gebannt werden. Auch das Jahr 1415 mag das Pflanzjahr gewesen sein. Damals endete die habsburgische Macht und es kamen die neuen Herren aus Bern. Es scheint wirklich eine Verbindung zwischen der Linde und der zwei Kilometer entfernten Habsburg zu geben. Dazu besagt ein alter Orakelspruchalter folgendes: "Leit d’Linde-n-ihr’s Chöpfli ûfs Ruedelis Hûs, se-n-isch’s mit alli Welten ûs." Dies bedeutet: „Spätestens wenn die Linde so groß ist, dass sie ihren Schatten auf die Habsburg wirft, dann ist die Zeit der österreichischen Macht vorüber.“   Die mächtige Linde war oft in Gefahr. 1586 sollte sie gefällt werden, da man erzählte, eine Frau namens Anna Meier sei unter dem Baum mit dem Teufel einen Pakt eingegangen. Die Frau wurde verjagt und die Linde blieb glücklicherweise stehen. Glaubt man der neueren Literatur, soll die Linde erst 340 Jahre alt sein. Zwischen 1667 und 1669 löschte eine erneute Pestepidemie das Dörfchen Linn fast aus. Die Sage erzählt, der einzige Überlebende habe alle Toten begraben und dann die Linde darauf gepflanzt. Obwohl eine Linde an einem idealen Standort jedes Jahr stark wachsen kann, bezweifelt man, dass die Pestlinde trotz der immer wieder starken Beschädigungen diese Wachstumszunahme wirklich halten konnte. Im Jahre 1863 erlitt sie durch einen Brand grossen Schaden. In den so entstandenen Stammdurchgang pflanzte man, ohne viel zu überlegen, eine andere Linde. Man wollte einfach den hohlen Stamm wieder füllen. 1908 brannte dieser Jungbaum bei einem Lagerfeuer allerdings wieder ab. Auch die alte Linde brannte, konnte aber rechtzeitig von der Feuerwehr gelöscht werden. 1979 erlitt die Pestlinde erneute eine Feuerattacke. Zum grossen Glück reagieren Linden auf Feuerschaden immer mit starker Wundabschottung. Es bilden sich innerhalb und ausserhalb des Stammes Überwallungen und so eine neue Borke, die auch die Stabilität festigt. So hat sich auch die Linner Linde bestens erholt, ist überaus kräftig und hat bestimmt noch ein langes Leben vor sich. Die Linde am Dorfeingang von Linn ist zugleich ein toller Aussichtspunkt und ein Ausgangspunkt diverser Wanderungen durch die malerischen Kulturlandschaften des Bözbergs. Genau hier beginnt der Natur- und Kulturweg Linn, der durchs orchideenreiche Sagenmühlital führt.     Quelle: linnerlinde.ch Meistgelesener Artikel Jeden Montag wird jeweils aktuell der meistgelesene Artikel unserer Leserinnen und Leser der letzten Woche bekanntgegeben. Unterstützung Damit wir unabhängig bleiben, Partei für Vergessene ergreifen und für soziale Gerechtigkeit kämpfen können, brauchen wir Sie. Mein Mittelland Menschen zeigen ihr ganz persönliches Mittelland. Wer gerne sein Mittelland zeigen möchte, kann dies hier tun -> Mein Mittelland
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Deutsch als offizielle Landessprache in Pennsylvanien (Thu, 18 Jul 2024)
Frederick Muhlberg (Fotografie: Cliff from Arlington, Virginia, USA, aufgenommen 26. August 2008) Frederick Muhlberg (Fotografie: Cliff from Arlington, Virginia, USA, aufgenommen 26. August 2008) DMZ - HISTORISCHES ¦ AA                         1794 brachten deutsche Einwanderer eine Sprach-Petition in das US-Repräsentantenhaus ein. Ihre Ablehnung führte zur Muhlenberg-Legende. Als Muhlenberg-Legende wird die Legende bezeichnet, nach der es zur Zeit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eine Gesetzesvorlage gegeben haben soll, Deutsch als offizielle Landessprache in Pennsylvanien einzuführen. Das Gesetz soll an einer einzigen Stimme gescheitert sein, nämlich am Widerspruch des Deutschamerikaners Muhlenberg.   Die Muhlenbergs waren eine in der US-amerikanischen Politik sehr bekannte Familie deutscher Abstammung. Die Legende wurde daher an die Person des Sprechers des Repräsentantenhauses Frederick Muhlenberg (1750–1801) angeheftet. Dessen Bruder General Peter Muhlenberg (1746–1807) spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Das Gerücht entstand um 1840 und fand durch Franz von Löhers 1847 veröffentlichtes Buch Geschichte und Zustände der Deutschen in Amerika weite Verbreitung. Löher schildert darin, dass bei einer Abstimmung, ob Deutsch die Amtssprache in Pennsylvanien werden solle, die Stimmen gleich gefallen seien. Der Sprecher des Landtags, ein Mühlenberg, habe durch seine Stimme den Ausschlag für das Englische gegeben. Er soll dazu erklärt haben: „Je schneller die Deutschen Amerikaner werden, desto besser.“    Als das United States Census Bureau zum Milleniumswechsel die aktuellen Ergebnisse seiner Volkszählung vorstellte, war die Überraschung groß. Danach gaben mehr als 49,2 Millionen von seinerzeit 282 Millionen Amerikanern an, von Deutschen abzustammen. Damit stellen sie die größte Einwanderergruppe überhaupt. Auf genuin englische Wurzeln führen sich nur 26,9 Millionen US-Bürger zurück, womit die einstigen Kolonialherren gerade einmal auf den fünften Platz kommen, hinter Afroamerikanern (41,3 Millionen), Iren (35,5 Millionen) und Mexikanern (31,79 Millionen).   Der böse Bube war ein Deutscher Von diesem Befund ist es nicht mehr weit zur sogenannten Muhlenberg-Legende. Sie besagt kurzgefasst, dass bei einer Abstimmung über die Staatssprache der USA das Deutsche nur mit einer Stimme vom Englischen geschlagen wurde. Und diese entscheidende Stimme soll ausgerechnet von einem Deutschstämmigen abgegeben worden sein: Frederick Muhlenberg (1750-1801).   Diese Geschichte geistert seit dem frühen 19. Jahrhundert in verschiedenen Versionen durch Gazetten und Bücher. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie allesamt falsch sind. Eine solche Abstimmung hat es nie gegeben. Richtig ist: Vor 220 Jahren, im Januar 1794, brachte eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia die Bitte in das Repräsentantenhaus ein, Gesetzestexte auch in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Zur Begründung hieß es, es würde den neuen Bürgern damit leichter fallen, sich in Amerika zurechtzufinden.   Der Antrag wurde an den Hauptausschuss überwiesen. Dort kam es schließlich zur Abstimmung. 41 Mitglieder votierten mit Ja, 42 mit Nein. Frederick Muhlenberg, dessen Vater noch in Einbeck im heutigen Niedersachsen geboren worden war, hatte es zum ersten Sprecher des Repräsentantenhauses gebracht. Er enthielt sich der Stimme. In der Debatte zuvor hatte er sich aber ablehnend geäußert: Je schneller die Deutschen (zu denen auch Bewohner aus dem Habsburger-, dem Zarenreich und dem Alpen- und Balkanraum gezählt wurden) das Englische erlernen würden, des schneller würden sie sich in den USA eingewöhnen.   Ausgerechnet in Pennsylvania provozierte die Entscheidung zwei sehr unterschiedliche Reaktionen. Der Quäker-Führer William Penn hatte das Gebiet 1681 von der englischen Krone als Kolonie erhalten. Von Anfang an herrschte hier Glaubensfreiheit, was zahlreiche Angehörige von Freikirchen und unterprivilegierten Glaubensgemeinschaften hier Zuflucht suchen ließ. Ende des 18. Jahrhunderts führte sich rund ein Drittel seiner Bürger auf deutsche Wurzeln zurück.   Aber Pennsylvania war auch das Herzland der Amerikanischen Revolution. In der Hauptstadt Philadelphia hatte der Kontinentalkongress getagt, dort wurde am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung der USA unterzeichnet. Bis 1800 war Philadelphia die zweite Hauptstadt der Vereinigten Staaten.  © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten.    Die ganze Geschichte ist allerdings eine Legende, die Muhlenberg-Legende.  Es sei um die Amtssprache der USA gegangen. Die haben gar keine Amtssprache, sondern das Englische dient nur als Verkehrssprache. Einige Bundesstaaten haben es zur Amtssprache erhoben, während andere zwei oder sogar drei Idiome als Amtssprachen führen.   Muhlenberg-Legende (Wikipedia) Als Muhlenberg-Legende wird die Legende bezeichnet, nach der es zur Zeit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eine Gesetzesvorlage gegeben haben soll, Deutsch als offizielle Landessprache in Pennsylvania einzuführen. Das Gesetz soll an einer einzigen Stimme gescheitert sein, nämlich am Widerspruch des Deutschamerikaners Muhlenberg. Die Muhlenbergs waren eine in der US-amerikanischen Politik sehr bekannte Familie deutscher Abstammung. Die Legende wurde daher mit der Person des Sprechers des Repräsentantenhauses Frederick Muhlenberg (1750–1801) verknüpft.   Das Gerücht entstand um 1840 und fand durch Franz von Löhers 1847 veröffentlichtes Buch Geschichte und Zustände der Deutschen in Amerika weite Verbreitung. Löher schildert darin, dass bei einer Abstimmung, ob Deutsch die Amtssprache in Pennsylvanien werden solle, die Stimmen gleich gefallen seien. Der Sprecher des Landtags, ein Mühlenberg, habe durch seine Stimme den Ausschlag für das Englische gegeben.[1] Er soll dazu erklärt haben: „Je schneller die Deutschen Amerikaner werden, desto besser.“
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CH: Schweizer Holzernte sinkt um 6% im Jahr 2023 (Thu, 18 Jul 2024)
DMZ – WIRTSCHAFT / MM ¦ AA ¦    Im Jahr 2023 wurden in der Schweiz 4,9 Millionen Kubikmeter Holz geerntet, was einem Rückgang von fast 6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Merklich zurück ging die Stammholzernte (-12%), ebenso wie die Ernte von Industrieholz (-1%) und von Stückholz zur Energiegewinnung (-5%). Das andere Energieholz-Sortiment (Hackholz) wuchs jedoch weiter (+5%) und nimmt an Bedeutung zu. Mittlerweile deckt es rund 30% der gesamten Holzernte ab. Der Anteil Energieholz an der gesamten Holzernte hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Dies geht aus der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.   Die Holzernte in den Schweizer Wäldern ging nach vier Jahren stetigen Wachstums seit 2019 erstmals zurück. So wurden im Jahr 2023 4,9 Millionen Kubikmeter geerntet, was einem Rückgang von rund 0,3 Millionen Kubikmetern oder 6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die tiefere Holznachfrage spielte dabei eine wichtige Rolle.   Diese Reduktion im Berichtsjahr ist besonders ausgeprägt beim Stammholz (Sägeholz), dessen Volumen 2,2 Millionen Kubikmeter oder 12% weniger als 2022 betrug. Dies erklärt sich hauptsächlich durch die tiefere Nachfrage und entsprechend auch durch die tieferen Holzpreise. Das war besonders in Privatwäldern zu beobachten. Betroffen sind alle Forstzonen mit Ausnahme der Alpensüdseite. Der geringste Rückgang war in den Alpen zu verzeichnen.   Bis 2018 machte das Stammholzsortiment mehr als die Hälfte des gesamten Erntevolumens aus. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil nur noch bei 46%. Im Gegenzug profitierte das Energieholz.   Waldkantone eher zurückhaltend mit Stammholz-Angebot In den größten Waldkantonen nach Waldfläche ging die Erntemenge zurück: Bern (-14%), Zürich (-9%), Wallis (-9%), St. Gallen (-5%), Aargau (-3%) und Graubünden (-1%). Eine Ausnahme bildeten das Tessin (+4%) und die Waadt (+9%). Obwohl es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen gab, reduzierte die Mehrheit ihr Angebot für Stammholz. Das Jahr 2023 war von Trockenheitsperioden und extremen lokalen Stürmen geprägt, die zu zahlreichen Zwangsnutzungen führten. Viele normal geplante Holzschläge wurden verschoben, um kein zu starkes Angebot zu verursachen.   Die Kantone mit den fünf größten Holzmengen, Bern (0,91 Mio. m³), Zürich (0,44 Mio. m³), Waadt (0,44 Mio. m³), Graubünden (0,37 Mio. m³) und Aargau (0,36 Mio. m³) lieferten im Jahr 2023 gut die Hälfte (52%) der gesamten Holzernte. In diesen fünf Kantonen befinden sich auch 48% der Waldflächen der Schweiz.   Volumen des genutzten Nadelholzes nimmt ab In den Schweizer Wäldern wurden im Jahr 2023 rund 3,2 Millionen Kubikmeter Nadelholz und 1,7 Millionen Kubikmeter Laubholz geerntet. Nadelholz machte somit rund zwei Drittel (65%) und Laubholz rund ein Drittel (35%) der Holzernte aus. Dieses Verhältnis hat sich gegenüber dem Vorjahr zugunsten des Laubholzes verändert (67% zu 33%). Während das Volumen an Laubholz im Vergleich zu 2022 praktisch unverändert blieb, verringerte sich das Volumen an Nadelholz um 8%, was vor allem in den Voralpen und im Mittelland zu beobachten war. Mehr als die Hälfte des Nadelholzes (59%) wurde im Mittelland (32%) und in den Voralpen (27%) geerntet. Gut drei Viertel des Laubholzes (76%) wurde für Energiezwecke verwendet. Der Anteil Laubholz am Energieholz in Form von Hackschnitzeln stieg weiter an und erreichte im Berichtsjahr 54%.   Das Volumen von Industrieholz war ebenfalls leicht rückläufig (-1%) und sein Anteil an der gesamten Holzernte bezifferte sich auf 10%. Dieses Holzsortiment wurde hauptsächlich durch Nadelholz gespeist (62%).   Nachfrage nach Energieholz in Form von Hackschnitzeln hält an Die Energieholz-Ernte wächst weiter. Mit einem Volumen von rund 2,1 Millionen Kubikmeter deckte Energieholz im Jahr 2023 44% des gesamten Jahreseinschlags ab, was einem Anstieg von 1% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Es lag knapp hinter Stammholz, das noch 46% des gesamten Sortiments ausmacht und damit fast gleichauf liegt. Der Anteil Energieholz an der gesamten Holzernte hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt.   In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Energieholz aufgrund einer Reihe von Faktoren wie der Energiekrise, dem Krieg in der Ukraine, dem Klimawandel und der Förderung erneuerbarer Energien (unter anderem für Holzheizungen) stark angestiegen.   Eine Gegenüberstellung der beiden Energieholz-Sortimente zeigt, dass Stückholz im Vergleich zu 2022 um 5% gesunken, während das Hackschnitzelsortiment um 5% gestiegen ist und ein Volumen von 1,4 Millionen Kubikmetern erreichte. Dies spiegelt die Nachfrage der zahlreichen Anlagen wider, vor allem in den Waldgebieten des Jura (+9%), des Mittellands (+4%) und der Voralpen (+5%).   Private Eigentümer weniger geneigt, zu bewirtschaften 71% der Waldfläche der Schweiz ist in öffentlicher Hand, während 29% von Privaten bewirtschaftet wird. Im Vorjahr war der Holzeinschlag in Privatwäldern aufgrund der höheren Holzpreise angestiegen. Im Berichtsjahr verringerte sich das Erntevolumen im Privatwald um 232.300 Kubikmeter oder 14%, was vor allem Stammholz betraf, dessen Preis sich nicht halten konnte. Lediglich das Sortiment Hackholz (Energieholz) stieg um 3 Prozentpunkte auf 24%. Die Forstzonen mit der grössten Veränderung waren der Jura (-75.700 Kubikmeter), das Mittelland (-67.600 Kubikmeter) und die Voralpen (-86.000 Kubikmeter). Der Einschlag in öffentlichen Wäldern veränderte sich nur geringfügig (-2%) und erreichte ein Volumen von 3,2 Millionen Kubikmetern. Auch hier war das Hackholz-Sortiment (Energieholz) das einzige, das im Vergleich zu 2022 im gleichen Ausmass wie bei den Privaten einen Anstieg zeigte und damit der anhaltenden Nachfrage gerecht wurde.   Finanzielle Lage der Forstbetriebe verschlechtert sich leicht Die 640 Forstbetriebe, die 2023 tätig waren, verzeichneten Einnahmen in Höhe von 598 Millionen Franken und Ausgaben in Höhe von 618 Millionen Franken. Gesamtschweizerisch belief sich das Defizit auf rund 20 Millionen Franken (2022: 18 Mio. Fr.). Die Forstbetriebe im Mittelland, in den Alpen und auf der Alpensüdseite verbuchten weiterhin Verluste. Die Forstbetriebe im Jurabogen verzeichneten eine positive Bilanz mit einem Gesamtgewinn von 2,5 Millionen Franken und die Forstbetriebe in den Voralpen wiesen ausgeglichene Zahlen auf, wobei sich diese Ergebnisse im Vergleich zu 2022 verschlechtert haben.       Herausgeber Bundesamt für Statistik http://www.statistik.admin.ch  Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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Zement-Recycling – ein günstiger und effizienter Weg zu tieferen Emissionen (Wed, 17 Jul 2024)
DMZ – WISSENSCHAFT/ MM ¦ AA ¦    Dübendorf, St. Gallen und Thun – Das Recycling von Zementstein ist eine der billigsten und effizientesten Möglichkeiten, um die Emissionen aus der Zementproduktion zu senken, wie eine kürzlich im Fachjournal PNAS veröffentlichte Studie zeigt. Die von Forschenden des «Imperial College London» geleitete Studie, an der auch Wissenschaftler der Empa und der EPFL beteiligt sind, belegt, dass die CO₂-Mineralisierung von Zementabfällen eine kostengünstige Methode zur Verringerung der Zementemissionen darstellt.   Die Studie zeigt, dass die CO₂-Mineralisierung – ein Prozess, bei dem emittiertes und atmosphärisches CO₂ reduziert wird, indem es in Infrastrukturen wie Beton, Ziegeln, Pflastersteinen und Klinkerersatzstoffen absorbiert wird – das Potenzial hat, die Emissionen aus der Zementproduktion um rund 15% zu senken. Dies entspricht 0,8% der globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2020.   Von den zehn untersuchten Technologien zur CO₂-Mineralisierung fanden die Forscher heraus, dass recycelter Zementstein aus Abriss-Beton am effektivsten und wirtschaftlichsten ist. Zementstein – oder Zementleim im nicht-erhärteten Zustand – ist eine leimähnliche Substanz, die Materialien wie Sand oder Kies miteinander verbindet und so Beton erzeugt. Rezyklierter Zementstein stammt in der Regel aus alten Infrastrukturen wie abgerissenen Gebäuden.   Der Hauptautor Rupert J. Myers vom «Department of Civil and Environmental Engineering» am «Imperial College» sagt: „Im Kampf gegen den Klimawandel ist es eine Herausforderung, die Emissionen aus der Zementherstellung und der Bauindustrie im Allgemeinen zu reduzieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass CO₂-mineralisierter Zement eine führende Technologie sein könnte, die uns bei der Dekarbonisierung des Sektors hilft.“   Unternehmensangaben unter der Lupe Baumaterialien sind für etwa 13% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – der größte Teil davon stammt aus der Herstellung von Beton und Stahl. Beton ist nach Wasser das am zweithäufigsten nachgefragte Material auf unserem Planeten, und es wird erwartet, dass dieser Bedarf künftig noch weiter steigt. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler weltweit nach Lösungen, um die Emissionen aus der Herstellung und Verwendung von Beton und Zement zu verringern.   Für die PNAS-Studie untersuchten die Forschenden zehn verschiedene Technologien, die eine wirksame Mineralisierung von CO₂ im Zement ermöglichen sollen. Sie fanden heraus, dass nur zwei der Technologien wirksam und wirtschaftlich bei der Reduzierung der CO₂-Emissionen bei der Zementherstellung sind.   Für die meisten anderen Technologien gab es kaum oder nur begrenzte Belege dafür, dass sie die CO₂-Emissionen in der Praxis verringern können, obwohl die Unternehmen ihre Wirksamkeit beteuern.   Das Forschungsteam stellte außerdem fest, dass wirtschaftliche Technologien auf der Grundlage der CO₂-Mineralisierung etwa zwei- bis fünfmal kostengünstiger sind als Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff («Carbon Capture and Storage», CCS), bei denen atmosphärischer Kohlenstoff unterirdisch gelagert wird. Ein weiterer Vorteil der CO₂-Mineralisierung ist, dass es sich dabei um eine dauerhafte Lösung handelt, die relativ einfach zu handhaben ist. Baumaterialien können CO₂ für Hunderte von Jahren in der Infrastruktur speichern, möglicherweise noch länger, wenn abgerissene Materialien recycelt werden.   Co-Autor Justin D. Driver vom «Department of Chemical Engineering» am «Imperial College» sagt: „Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, muss man sich darüber im Klaren sein, dass die CO₂-Mineralisierung keine Patentlösung für alles ist. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Rohstoffen, die CO₂ absorbieren können, was bedeutet, dass das Potenzial dieser Technologie, Emissionen in allen Sektoren zu reduzieren, ebenfalls begrenzt ist.“   Und Ellina Bernard, Mitautorin und Wissenschaftlerin am Empa-Labor für Beton und Asphalt, ergänzt: „Die Studie zeigt, dass eine breitere Anwendung der CO₂-Mineralisierung durch Altbeton oder andere Industrieabfälle auf Kalziumbasis durch die Menge des zu karbonisierenden Materials begrenzt wird. CO₂-Einsparungen von 15% bei der Herstellung von Baumaterialien sind allerdings nicht zu vernachlässigen.“ Man müsse unbedingt weiterhin daran forschen, einerseits um die Kosten zu senken, aber auch um die Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Verwertung (CCU) weiter zu optimieren. CCU steht auch im Zentrum der neuen Empa-Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere».   Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks von Zement Das Team, dem auch Forschende der Empa und der EPFL angehören, definierte einige wichtige Schwerpunktbereiche für politische Entscheidungsträger, Investoren, Forschende und andere Interessengruppen, die sich um eine Verringerung der Emissionen aus der Zementherstellung bemühen: Entwicklung von Strategien zur Unterstützung des Recyclings von Betonabbruch, der dann für CO₂-Mineralisierungstechnologien verwendet werden kann, was die Emissionsreduzierung steigert. Fokussierung auf diejenigen CO₂-Mineralisierungstechnologien, die sich als wettbewerbsfähig erwiesen haben – der Aufwand für nicht-wettbewerbsfähige Technologien könnte gar kontraproduktiv sein, um die Klimakrise zu bewältigen. Transparenz in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit dieser Technologien auf der Grundlage der Produktionskosten, der Nachfrage nach dem Produkt, des Marktanteils und der Anwendungsfälle sowie Bereitstellung von Informationen, die leicht verständlich sind und Investoren einen Vergleich zwischen verschiedenen Technologien ermöglichen.   Herausgeber: Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt http://www.empa.ch     Zur Studie: Global decarbonization potential of CO2 mineralization in concrete materials | PNAS Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. 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Poetische Herzklänge - jeden Mittwoch neu von und mit Patricia Jungo (Wed, 17 Jul 2024)
DMZ - POETISCHE HERZKLÄNGE ¦ Patricia Jungo ¦    Jeden Mittwoch erscheint an dieser Stelle ein Text von Patricia Jungo. www.patriciajungo.ch     Begegnung Ein Blick, ein Atemzug, nur ein Wimpernschlag der Zeit, unerwartet und doch so klar; unsere Seelen sind bereit, verändert auf immer, von buntem Zauber erfüllt, rein und leicht; in uraltes Wissen sanft gehüllt. Lass uns wagen, die Schritte auf neue Pfade zu lenken, der Liebe ihren magischen Thron wieder zu schenken. Die Zeit, sie steht ganz still und behutsam und leise öffnen wir uns der Magie einer unendlichen Reise. Ein Augenblick, von Seelen erkannt, wunderschön und rein, wir atmen das Leben; unsere Welt wird nie mehr dieselbe sein.  
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Herbert beschwert sich (Wed, 17 Jul 2024)
DMZ – SATIRE  ¦ Ruedi Stricker ¦             Sie sind der Geschäftsführer?   Ja, mein Name ist Zurbuchen. Was kann ich für Sie tun?   Ich finde es unglaublich, wie man hier bedient wird. Mit solchem Personal werden Sie in kürzester Zeit ...   Was ist denn passiert?   Ich kam rein und wollte Flip Chart Papier kaufen. Im Untergeschoss fand ich keins, hier auch nicht, aber im ersten Stock traf ich wenigstens eine Verkäuferin ...   Die Sie dann nicht so bedient hat, wie Sie sich das vorstellen?   Bedient?? Lustig gemacht hat sie sich über mich. Zuerst wollte sie mich ins UG schicken. Das Papier sei wahrscheinlich dort unten. Wahrscheinlich!!   Sie hat Sie nicht begleitet?   Begleitet? Die hat nicht mal zugehört und irgendwas in einem Gestell rumgekramt. Dachte wohl, ich sei blöd und halte sie für eine Kundin. Habe aber insistiert und nochmals gefragt. Wissen Sie, was sie mir darauf antwortet??   Was denn?   Sie fragt mich, was denn das für ein Papier sei. Nimmt mich voll auf den Arm. Wollte, dass ich ihr erkläre, was ein Flip Chart ist. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.   Das tut mir leid. Sie müssen einen endlosen Geduldsfaden haben. Ich kann das fast nicht glauben, wir haben noch im Herbst eine intensive Schulung ...   aber das ist ja nicht Ihr Problem, das muss ich selber lösen ...   Nun ja, als Lehrer bin ich ja didaktisch geschult. Habe ihr erklärt, dass ein Flip Chart aus einer Blechtafel, drei Beinen aus Vierkantprofil usw. ...   Und? Wie hat sie reagiert?   Jetzt kommt erst der Hammer. Wissen Sie, was die zu mir sagt? In den Baumarkt schickt sie mich. In den Baumarkt!!   Ich bin froh, dass Sie sich die Mühe genommen haben, mir das zu sagen. Wenn Sie einverstanden sind, zeige ich Ihnen nun gleich das Papier. Aber ich möchte natürlich schon wissen, um welche Dame es sich handelt.   Sehen Sie sie grad irgendwo?   Ja, die mit dem grünen Pullover dort hinten.   Grüner Pullover??   Ja, die Rothaarige mit dem grünen Pullover, schwarze ... jetzt bückt sie sich ...   Aha, die .... das ist Frau Stückelberger, die Inhaberin der Konditorei gegenüber. Frau Stückelberger kauft bei uns regelmäßig Dekomaterial.
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Quelle ist nicht gleich Quelle (Wed, 17 Jul 2024)
DMZ –  KULTUR ¦ Urs Heinz Aerni ¦               «Die sind immer an diesen Gerätchen», meint ein älterer Mann neben mir an der Bushaltestelle mit Blick auf die jungen Leute, die alle ausnahmslos auf ihre Handys sehen.   Nur, Gerät ist nicht Gerät. Genauso der Computer: «Die sitzt ja immer am PC.» Aber was macht denn die am PC? Spielen, einen architektonischen Plan zeichnen, eine Buchkritik lesen, die Kündigung an den Telefonanbieter schreiben, nachsehen, was heute am Abend im Theater gespielt wird? Sie sitzt nicht am PC weil sie am PC sitzen möchte.   Bleiben wir bei den Leuten am Handy. Der eine sieht nach, wann der nächste Bus fährt. Der Nachbar möchte wissen, was der FC Fislisbach spielte. Die junge Frau teilt ihrem Freund mit, wo sie sich zum Pizzaessen treffen. Die Smartphones vereinigen unglaublich viele Funktionen, deshalb ist die Form des Zugangs nicht das Medium selbst. Anderes Beispiel. «Im Fernsehen wurde gesagt, dass…»   Nun wer hat auf welchem Sender das gesagt? Es macht wohl in der Glaubwürdigkeit der Aussage einen Unterschied, ob es ein Spaßvogel auf Super RTL war oder der Korrespondent in der Tagesschau auf SRF oder ein Wissenschaftler in einer Dokumentation auf 3sat. Oder «in der Zeitung las ich, dass…» Ja schon, doch war’s im Witzteil, im Kulturteil, ein Leserbrief oder eine Zeugenaussage im Boulevardblatt? Verlieren wir die Differenzierung nur weil sich die Medien ändern? Die Vermengung zwischen Plattform und Medium mit Quelle kann irrendführend sein.   Nicht Youtube präsentiert das Katzenfilmchen, sondern Heidi Emmenegger aus Ottenbach zum Beispiel. Youtube als Quelle anzugeben, geht nicht, genau so wenig das Internet. Das World Wide Web ist eine Plattform und kein Medium mit einer verantwortlichen Redaktion.   Genauso, wie der Verfassende eines Textes eine Verantwortung trägt, tut dies der Konsumierende mit der anschliessenden Beurteilung und Weiterleitung. Das Internet macht alles schneller, agiler und virulenter aber der Umgang mit Inhalten bleibt der gleiche; Die Quelleangabe wird immer relevanter sein, als der Ort. Oder verwenden wir die Straße als Quelle für den Tratsch im Dorf?   Der passende Buchtipp: „Wir informieren uns zu Tode“ von Gerald Hüther und Robert Burdy, Herder Verlag 
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Populismus wirkt lange und vernichtet zuverlässig das, was er verspricht: Wohlstand. (Wed, 17 Jul 2024)
DMZ –  POLITIK ¦ Dirk Specht ¦               KOMMENTAR   Eine lesenswerte Studie zum Populismus, die wie andere zuvor zu dem Ergebnis kommt, dass wir in einem Zeitalter des Populismus leben. Es ist viel vom Faschismus die Rede, aber vermutlich werden irgendwann auch Historiker vom Populismus reden und ihn vom Faschismus abgrenzen. Bei einigen Parallelen ist aus meiner Sicht der größte Unterschied, dass Populisten als wichtigstes „Handwerk“ die Spaltung der Gesellschaften betreiben. Vielleicht liegt darin eine innere Selbstzerstörungskraft, während Faschisten diese eher von außen erfahren. Aber das werden spätere Werke von Historikern klären.   Was diese Studie besonders macht: Während Sozial- und Politikwissenschaften den Populismus schon länger und intensiver verfolgen, hat die VWL das bisher nur selten angefasst. Der Grund ist in dieser VWL-Studie sofort erkennbar: Populisten profitieren letztlich immer von Krisen, in denen sie zur Macht gelangen. Welchen Anteil die geerbte Krise dann an ihrer Wirtschaftsbilanz hat und was auf ihr eigenes Versagen zurückzuführen ist, kann methodisch nur sehr aufwendig abgegrenzt werden. Dass die Bilanz der Populisten verheerend ist, lässt sich kaum ernsthaft bestreiten, aber ihr spezifischer Anteil ist nicht einfach feststellbar.   Das ist aber ein sehr wichtiger Punkt, weshalb die VWL das Thema intensiver aufgreifen sollte, denn es geht darum, das wichtigste Argument der Populisten, sie würden wahlweise den Wohlstand retten oder einen verlorenen wieder aufbauen, zu widerlegen. Das ist, man kann es nicht oft genug sagen, den Daten zufolge definitiv auszuschließen. Die Wirtschaftsbilanz des Populismus ist eindeutig und zwar eindeutig schlecht. Die Frage ist in der Tat nur, wie hoch ihr Anteil an dem Versagen ist.   Prof. Christoph Trebesch vom IfW in Kiel forscht an dem Thema schon länger und hat eine Reihe bemerkenswerter, explizit nüchtern sachlicher, strikt unpolitisch ökonomischer Analysen vorgelegt. Zuletzt veröffentlichten er und sein Team im American Economic Review (12/23) ein umfassendes Paper, welches im Kern zu zwei sehr erschütternden Ergebnissen kommt: Erstens halten sich Populisten sehr lange an der Macht, weshalb die Hoffnung, ihre teilweise lächerliche Inkompetenz – „Clown“ ist bekanntlich ein oft vergebener Titel – werde sie schnell entlarven, leider trügerisch ist. Das ist deshalb so verheerend, weil zweitens ihre Wirtschaftsbilanz so nachhaltig schlecht ist, dass sie über die Jahre ihres „Wirkens“ im Mittel bis zu 15% des meist bei Amtsantritt ohnehin bereits angeschlagenen Wohlstands vernichten – und das ist der Teil, der explizit auf ihre Wirtschaftspolitik entfällt!   Das Paper analysiert ferner sehr klar, dass sich diese Bilanz in allen weiteren Daten findet, die mit „Wohlstand“ im allerweitesten Sinne etwas zu tun haben. Lohnniveau, Inflation, Kaufkraft, Staatsfinanzen – alle Indikatoren laufen mit Populisten an der Macht zuverlässig gen Süden. Die Autoren haben in der FAZ einen sehr gut verständlichen Artikel zu dieser Studie formuliert.   Ein kleiner bitterer Beigeschmack dieses lesenswerten Artikels ist die aus meiner Sicht inakzeptable Tatsache, dass sich in der Originalstudie ein Chart bis 2020 befindet, welches klar die Dominanz des Rechtspopulismus in den letzten Jahren zeigt, während das in der FAZ 2018 abgeschnitten wurde, so dass Rechts- und Linkspopulismus ausgeglichen erscheinen. Die Wohlstandsvernichtung durch Rechtspopulisten ist übrigens leicht höher als die miese Bilanz der Linkspopulisten, auch diese Darstellung wird in der FAZ nicht differenziert, hier erscheinen nur die Gesamtdaten. Schade, das ist ein unnötiger Makel einer sehr wertvollen Veröffentlichung. Lesenswert sind auch die beschriebenen Methoden der Populisten: Spaltung durch Lagerbildung zwischen dem „wahren Volk“ und irgendeiner „Elite“, der man Vernichtung von Wohlstand und Kultur unterstellt. Das einzige eigene Argument besteht in der Zerstörung dieser „Elite“, in Feindbildern, in dem Versprechen, „die“ zu zerschlagen, eine reine Anti-Programmatik ohne jeden konstruktiven Lösungsvorschlag.   Die Autoren äußern sich nicht zur Entwicklung in Deutschland, zu dem, was die diversen politischen Angebote in Regierung sowie Opposition sprachlich oder „inhaltlich“ bieten. Wer die Ergebnisse dieses Papers mal auf Deutschland projizieren will, sollte in gängigen Suchfunktionen Begriffe wie „Gendern“, „Woke“, „Degrowth“, „Deindustrialisierung“ oder irgendwelche Wortkombinationen mit der Farbe „Grün“ eingeben. Leider wird man derzeit auch unter allen möglichen Begriffen aus der Energietechnologie oder Energiewirtschaft fündig, das reicht von „Strompreis“ über „Dunkelflaute“ bis zu „Atomkraft“, ehemals neutrale Fachbegriffe sind zu einem vergifteten Brunnen verkommen. Das Paper warnt eindeutig: Wehret den Anfängen, wird dieses Gift verabreicht, wirkt es lange und verheerend.   Hier die Studie im Original: https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/63738460-817f-4a88-837b-794a7c021251-KWP_2169_update_june_2022.pdf Das Profil von Prof. Trebesch mit weiteren Veröffentlichungen: https://www.ifw-kiel.de/de/expertinnen-und-experten/christoph-trebesch/     Der lesenswerte FAZ-Beitrag mit bedauerlich veränderten Datencharts: https://zeitung.faz.net/faz/wirtschaft/2024-03-25/222aa34a2036524b755b3870ab6616de/?GEPC=s5  Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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Die Entdeckung des Tutanchamun-Grabes: Ein Blick in die Geschichte (Wed, 17 Jul 2024)
Foto: George Herbert, 5th Earl of Carnarvon Foto: George Herbert, 5th Earl of Carnarvon (gemeinfrei) DMZ –  HISTORISCHES  ¦ Anton Aeberhard ¦Foto: George Herbert, 5th Earl of Carnarvon (gemeinfrei)   Im Jahr 1922 machte der britische Archäologe Howard Carter eine der bedeutendsten Entdeckungen der Archäologiegeschichte: das nahezu unberührte Grab des Pharaos Tutanchamun im Tal der Könige in Ägypten.   Die Suche nach dem Grab begann im Jahr 1915, als Lord Carnarvon, ein englischer Ägyptologe und Finanzier von Carter, seine Unterstützung anbot. Jahrelang hatten sie vergeblich nach Spuren gesucht. Doch im November 1922 stieß Carter auf eine Treppe, die zu einer versiegelten Tür führte.   Mit großer Vorsicht öffneten sie die Tür und enthüllten eine Schatzkammer, die die Jahrtausende nahezu unberührt überstanden hatte. Tutanchamuns Grab barg eine Fülle von Schätzen, darunter der berühmte goldene Totenmasken des Pharaos, Juwelen, Statuen und kunstvoll gefertigte Möbel.   Die Entdeckung faszinierte die Welt und löste eine regelrechte Ägypten-Begeisterung aus. Die Analyse der Artefakte enthüllte nicht nur die erstaunliche Handwerkskunst der alten Ägypter, sondern ermöglichte auch neue Einblicke in die Kultur und das tägliche Leben zur Zeit Tutanchamuns.   Trotz der Freude über den Fund brachte die Entdeckung auch eine Tragödie mit sich. Lord Carnarvon, der Carter finanziell unterstützt hatte, starb kurz nach der Entdeckung unter mysteriösen Umständen. Der Mythos vom "Fluch des Pharao" war geboren, auch wenn dies wissenschaftlich nicht belegt ist.   Die Entdeckung des Tutanchamun-Grabes bleibt eine Schlüsselveranstaltung in der Archäologie und hat dazu beigetragen, das Verständnis für das alte Ägypten zu vertiefen. Der Schatz des jungen Pharaos ist heute im Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern, und die Geschichte von Howard Carter und Lord Carnarvon ist in die Annalen der Archäologie eingegangen.   Es gibt viele Theorien und Spekulationen über die Umstände des Todes von Lord Carnarvon, aber keine davon ist definitiv bewiesen: Infektion durch einen Insektenbiss: Eine populäre Theorie besagt, dass Lord Carnarvon durch einen Insektenbiss, möglicherweise von einer Mücke, infiziert wurde. Es wird angenommen, dass er sich beim Rasieren einen Mückenstich zufügte, der sich dann entzündete und zu einer Blutvergiftung führte. Vergiftung durch schädliche Gase im Grab: Einige glauben, dass beim Öffnen des Grabes gefährliche Gase freigesetzt wurden, die Lord Carnarvon vergifteten. Dies könnte durch den Kontakt mit organischen Materialien im Grab verursacht worden sein. Mythos vom "Fluch des Pharao": Aufgrund der Tatsache, dass einige Mitglieder des Ausgrabungsteams kurz nach der Entdeckung von Tutanchamuns Grab starben, entstand der Mythos eines Fluches. Einige glaubten, dass diejenigen, die das Grab störten, von einem Fluch heimgesucht würden. Wissenschaftlich betrachtet gibt es jedoch keine Beweise für einen solchen Fluch. Zufällige Infektion: Es gibt auch die Theorie, dass Carnarvons Tod einfach auf eine zufällige Infektion oder eine bestehende Gesundheitsproblematik zurückzuführen ist. Er hatte zuvor einen Autounfall und litt an verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden, was seine Anfälligkeit für Infektionen erhöht haben könnte. Die genaue Ursache von Lord Carnarvons Tod bleibt also weiterhin unklar.
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Geheime Kaderorganisation: Die Enttarnung der P-26 und ihre Hintergründe (Wed, 17 Jul 2024)
Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen staatliche Fichierung im März 1990. ASL / Schweizerisches Nationalmuseum Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen staatliche Fichierung im März 1990. ASL / Schweizerisches Nationalmuseum DMZ –  HISTORISCHES / Claudia Moritzi ¦ Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen staatliche Fichierung im März 1990. ASL / Schweizerisches Nationalmuseum   1990 wird die P-26 enttarnt. Die geheime Kaderorganisation sollte im Falle einer Besetzung der Schweiz den Widerstandswillen der Bevölkerung wecken, stärken und erhalten.   Im Februar 1990 veröffentlichte die Schweizer Illustrierte einen Artikel mit dem Titel «Die Geheimarmee der EMD-Spione: 2000 Männer und Frauen, ausgebildet im Bombenlegen, im lautlosen Töten. Leute wie du und ich: die unheimliche Sondertruppe der EMD-Spione». Die Reaktionen auf das Gerücht der Existenz einer «Geheimarmee» waren – am Ende des Kalten Krieges und kurz nach dem Fichenskandal, welcher das Vertrauen in die Institutionen tief erschütterte – heftig.   Das Parlament setzte eine Untersuchungskommission (PUK) ein, welche die Vorkommnisse im Eidgenössischen Militärdepartement beleuchten sollte. Der im November 1990 vorgelegte Bericht der PUK EMD bestätigte die Existenz einer geheimen Kaderorganisation zur Vorbereitung des Widerstandes.   Man diskutierte in der Folge insbesondere über Legalität und Gefährdungspotenzial der P-26. Ein Teil der Linken befürchtete, dass sich die Notstandsmassnahmen gegen sie hätten richten können. Denn gemäss der Grundkonzeption der Organisation von 1982 war eines der Szenarien, bei dem die P-26 hätte zum Einsatz kommen sollen, «der innere Umsturz durch Erpressung, Unterwanderung und/oder dergleichen». Das prägende Szenario war jedoch jenes einer Fremdbesetzung – also eines sowjetischen Einmarsches.   Der Aufbau der geheimen Organisation begann 1979. Die Bezeichnung «P-26» bzw. «Projekt 26» geht auf die Konzeption der Gesamtverteidigung von 1973 zurück. Diese umfasste auch nicht-militärische Aspekte der Landesverteidigung und behandelte unter Artikel 426 den «Widerstand im feindbesetzten Gebiet». Bereits vor der P-26 gab es jedoch Widerstandsvorbereitungen im Territorial- und später im Spezialdienst, die unter dem Eindruck der Machtergreifung der Kommunisten in der Tschechoslowakei 1948 und insbesondere nach der Niederschlagung des Ungarn-Aufstands 1956 und des Prager Frühlings 1968 getroffen worden waren.   Efrem Cattelan alias «Rico» übernahm die Leitung und den Aufbau des «Projekts 26». Unter strikter Geheimhaltung wurden «unauffällige Durchschnittsbürger» und -bürgerinnen rekrutiert, die im Besetzungsfall den Widerstand gegen die Besatzungsmacht wecken und zu stärken sollten. Die Mitglieder erhielten eine Grundausbildung im Pistolenschiessen und in konspirativem Verhalten. Dazu gehörte das Anlegen von toten Briefkästen ebenso wie Filature, das Abschütteln von Verfolgern. In der Fachausbildung wurden die Mitglieder in spezifischeren Tätigkeiten geschult, die je nach Fachgruppen variierten. Während z.B. Funkerinnen und Funker in die verschlüsselte Nachrichtenübermittlung eingeführt wurden, übten Genisten Schiessen und Sprengen und Mitglieder der Fachgruppe «3M» den sicheren Transport von Menschen, Material und Meldungen.   Die P-26 war in 40 über die ganze Schweiz verteilten Regionen organisiert. Es gab 34 «blaue» und sechs «rote» Regionen. Letztere lagen in wirtschaftlich, politisch und verkehrstechnisch wichtigen Gebieten und waren personell stärker ausgebaut. Für jede dieser 40 aktiven Regionen gab es als Backup-Plan im Hintergrund eine schlafende Region, die bei Ausfall der aktiven Region hätte übernehmen können (Hydra-Prinzip). Untereinander waren die Regionen abgeschottet. Jede Region bestand aus mehreren Kleingruppen und nur innerhalb dieser kannten sich die Mitglieder.   1990 hatte die P-26 rund 300 Mitglieder, die mindestens einen Kurs besucht hatten. Auch einige Frauen waren Mitglieder der Organisation – allerdings waren es weniger, als es sich Efrem Cattelan gewünscht hatte. Er erklärte dies mit einem «interessanten sozialen Phänomen»: «Auch im Zeitalter fortgeschrittener Emanzipation» sei es Frauen nicht möglich, mit einer vagen Begründung mehrere Tage von zu Hause abwesend zu sein.   Finanziert wurde die P-26 aus Bundesmitteln – sie kostete von 1979 bis 1990 rund 54,3 Millionen Franken. Die Aktivierung hätte im Ernstfall durch den Bundesrat erfolgen sollen. . Die P-26 war ein geheimes Projekt und die Mitglieder waren an die Geheimhaltungspflicht gebunden. Diese blieb auch nach der Enttarnung der Organisation bestehen. Erst 2009 wurde die Schweigepflicht aufgehoben. Seither sind einzelne Personen an die Öffentlichkeit gelangt, andere haben zumindest ihr Umfeld über ihre frühere Tätigkeit in der P-26 informiert. Einige haben sich entschieden, zu schweigen. Bis 2041 bleibt die Mitgliederliste unter Verschluss.       Publiziert am: 12.02.2020 Aktualisiert am: 18.09.2020 Dieser Artikel ist am 12.2020 auf dem Blog des Schweizerischen Nationalmuseums erschienen. Weitere spannenden Episoden aus der Schweizer Geschichte finden Sie unter https://blog.nationalmuseum.ch.
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Elon Musk unterstützt Donald Trump: Eine Gefahr für die Demokratie? (Tue, 16 Jul 2024)
(Montage: DMZ) (Montage: DMZ) DMZ – INTERNATIONAL ¦ A. Aeberhard ¦(Montage: DMZ) KOMMENTAR   Elon Musk, der CEO von Tesla und SpaceX, plant, Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf mit monatlich 45 Millionen Dollar zu unterstützen. Diese Nachricht hat Bedenken hinsichtlich der Machtkonzentration und der potenziellen Gefahr, die von solch erheblichen finanziellen Mitteln ausgeht, ausgelöst. In diesem Artikel wird untersucht, warum Musks Unterstützung für Trump möglicherweise problematisch für die demokratischen Prozesse sein könnte.   Musks politische Neigungen und Kontroversen Elon Musk ist bekannt für seine provokanten Äußerungen und Handlungen, die oft polarisieren. Seine politische Ausrichtung hat in den letzten Jahren eine konservative Tendenz angenommen, was sich in seiner Unterstützung für die Republikaner und insbesondere für Donald Trump widerspiegelt.   Vorwürfe von Diskriminierung Tesla wurde mehrfach wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz verklagt. Beispielsweise hat das Unternehmen 2021 einer ehemaligen Mitarbeiterin 1,5 Millionen Dollar gezahlt, um eine Klage wegen sexueller Belästigung beizulegen . Es ist wichtig, solche Vorwürfe ernst zu nehmen und gründlich zu untersuchen.   Politische Einflussnahme Musk hat öffentlich erklärt, die Republikaner zu unterstützen, und nach der Übernahme von Twitter (heute X) konservative Stimmen wiederhergestellt. Diese Handlungen wurden als Unterstützung rechter Positionen interpretiert und werfen Fragen zu seinen politischen Absichten auf. Allerdings sollten diese Handlungen im Kontext seiner umfassenderen Unternehmenspolitik und seiner Visionen für die Plattform gesehen werden.   Musks Unterstützung für Trump: Eine demokratische Bedrohung? Elon Musks Plan, monatlich 45 Millionen Dollar an „America PAC“ zu spenden, um Trumps Wahlkampf zu unterstützen, wirft Fragen zur Integrität der demokratischen Prozesse auf. "America PAC" konzentriert sich darauf, die Wählerregistrierung, vorzeitige Stimmabgabe und Briefwahl in Swing States zu fördern – Staaten, die oft wahlentscheidend sind.   Machtkonzentration und Wahlbeeinflussung Die finanzielle Macht, die Musk durch seine Spenden ausübt, könnte die Dynamik des Wahlkampfs stark beeinflussen. In den USA sind individuelle Wahlkampfspenden zwar auf 3.300 Dollar pro Person begrenzt, aber Schlupflöcher im System der Wahlkampffinanzierung ermöglichen politischen Großspendern, über PACs erheblichen Einfluss zu nehmen. Musks geplante Spenden übertreffen die Beiträge anderer Großspender bei weitem.   Trumps Eignung als Präsident Donald Trump, der bereits als US-Präsident gedient hat, ist eine umstrittene Figur. Seine Amtszeit war geprägt von Kontroversen und Kritik, insbesondere in Bezug auf seine Kommunikation und die Verwaltung seiner eigenen Interessen. Verschiedene internationale Beobachter und politische Analysten haben Bedenken hinsichtlich seiner Eignung für das Amt geäußert.   Fehlende Qualifikationen und Integrität Kritiker argumentieren, dass Trump nicht über die notwendigen Qualifikationen und die Integrität verfügt, die für das Amt des Präsidenten erforderlich sind. Beispielsweise hat er während seiner Amtszeit mehrfach falsche Behauptungen aufgestellt, was das Vertrauen in die politische Führung untergräbt.   Narzissmus und Selbstherrlichkeit Sowohl Trump als auch Musk werden gelegentlich narzisstische Züge zugeschrieben. Solche Charakterisierungen basieren auf ihrer öffentlichen Selbstdarstellung und ihrem Führungsstil. Allerdings sollten solche psychologischen Bewertungen von qualifizierten Fachleuten vorgenommen und nicht leichtfertig in politischen Diskussionen verwendet werden.   Gefährliche Gefolgschaft: Der eigentliche Risikofaktor Einzelpersonen wie Trump und Musk gewinnen ihre Macht und ihren Einfluss durch die Unterstützung ihrer Anhänger. Diese Unterstützung kann aus verschiedenen Gründen entstehen: Populismus und emotionale Ansprache Trump versteht es, durch populistische Rhetorik und emotionale Ansprache die Ängste und Sorgen vieler Menschen anzusprechen. Indem er einfache Lösungen für komplexe Probleme bietet, gewinnt er die Unterstützung einer verunsicherten Bevölkerungsschicht. Unzufriedenheit mit dem politischen Establishment Viele Anhänger Trumps fühlen sich vom politischen Establishment nicht repräsentiert und sehen in ihm eine Alternative zum traditionellen politischen System. Sie hoffen, dass ein Außenseiter wie Trump die notwendige Veränderung bringt. Medienpräsenz und soziale Medien Trumps intensive Nutzung von sozialen Medien und seine mediale Präsenz spielen eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung seiner Anhängerschaft. Plattformen wie Twitter (heute X) bieten ihm eine direkte Kommunikationslinie zu Millionen von Menschen. Fazit Elon Musks Unterstützung für Donald Trump im Wahlkampf könnte potenziell Auswirkungen auf die demokratischen Prozesse haben. Die Konzentration von Macht und finanziellem Einfluss in den Händen weniger Personen kann den demokratischen Prozess verzerren.   Kritiker heben hervor, dass Trumps mangelnde Qualifikationen und sein egozentrischer Ansatz ihn zu einem problematischen Kandidaten für das Amt des Präsidenten machen.   Gleichzeitig ist es die Gefolgschaft, die solchen Figuren ihre Macht verleiht. Populistische Rhetorik, Unzufriedenheit mit dem politischen System und die Macht der sozialen Medien sind Schlüsselfaktoren, die zur Unterstützung von umstrittenen Personen wie Trump beitragen. Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Entwicklungen kritisch zu beobachten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Demokratie zu schützen und sicherzustellen, dass politische Führer im besten Interesse des Volkes handeln. Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. 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Sauerstoffverlust in Gewässern als planetare Grenze: Eine neue Studie warnt vor Kipppunkten (Tue, 16 Jul 2024)
DMZ –WISSENSCHAFT ¦ Sarah Koller    In einer kürzlich veröffentlichten Studie argumentiert ein internationales Forscherteam, dass der rasante Sauerstoffverlust in den Gewässern der Erde eine zusätzliche planetare Belastbarkeitsgrenze darstellt, die die Stabilität des gesamten Erdsystems bedroht. Dieser Prozess, der als „Aquatic deoxygenation“ bezeichnet wird, wirkt sich nicht nur auf die betroffenen Ökosysteme aus, sondern beeinflusst auch andere planetare Prozesse und deren Grenzwerte.   Bedeutung der planetaren Grenzen Planetare Grenzen sind kritische Schwellenwerte in großen Erdsystemprozessen, die empfindlich auf menschliche Aktivitäten reagieren und die globale Habitabilität sowie Stabilität steuern. Diese Grenzen umfassen bisher unter anderem den Klimawandel, die Veränderung der Landnutzung und den Verlust der biologischen Vielfalt. Das Überschreiten dieser Belastbarkeitsgrenzen erhöht das Risiko großräumiger, abrupter oder unumkehrbarer Umweltveränderungen, die als Kipppunkte bezeichnet werden. Ein Überschreiten dieser Punkte könnte die Widerstandsfähigkeit und Stabilität des Planeten Erde gefährden.   Alarmierende Ergebnisse Die Studie zeigt auf, dass die Sauerstoffsättigung in allen Arten von Wasser-Ökosystemen – von Bächen und Flüssen über Seen bis hin zu Küsten und dem offenen Ozean – in den letzten Jahrzehnten rapide gesunken ist. Seen und Stauseen verzeichneten seit 1980 einen Sauerstoffverlust von 5,5 beziehungsweise 18,6 Prozent, während der Ozean seit 1960 im globalen Durchschnitt mehr als zwei Prozent seines Sauerstoffs verloren hat. Angesichts des riesigen Volumens des Weltozeans stellt dies eine „ungeheure Menge“ an Sauerstoff dar.   Ursachen und Auswirkungen Die Hauptursachen für den Sauerstoffverlust sind die globale Erwärmung durch Treibhausgasemissionen und der Eintrag von Nährstoffen infolge der Landnutzung. Diese Faktoren führen zu Bereichen im Meer, in denen so wenig Sauerstoff vorhanden ist, dass Fische, Muscheln oder Krebse nicht mehr überleben können. Dies bedroht nicht nur die betroffenen Organismen, sondern auch die Fischerei, Aquakultur und den Tourismus. Darüber hinaus verstärken mikrobiotische Prozesse in sauerstoffarmen Regionen die Emission von Treibhausgasen, was zu einer weiteren Verschärfung der Erderwärmung führt.   Dringender Handlungsbedarf Angesichts dieser alarmierenden Ergebnisse fordern die Wissenschaftler eine Anerkennung des Sauerstoffverlusts als planetare Belastbarkeitsgrenze. Sie betonen die Notwendigkeit concertierter globaler Überwachungs-, Forschungs- und Politikmaßnahmen, um den Herausforderungen des raschen Sauerstoffverlusts zu begegnen. Die Einbindung der Deoxygenation in den Rahmen der planetaren Grenzen soll helfen, diese Bemühungen zu fokussieren und effektivere Maßnahmen zu entwickeln.   Fazit Der Verlust von Sauerstoff in den aquatischen Lebensräumen der Erde stellt eine erhebliche Bedrohung für die Stabilität des Erdsystems dar. Die Anerkennung dieser Gefahr als planetare Grenze ist ein entscheidender Schritt, um die Resilienz des Planeten zu sichern und irreversible Schäden zu vermeiden. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um diese Herausforderung zu bewältigen und die ökologischen und sozialen Systeme der Erde zu schützen.     > Zur Studie Fehler- und Korrekturhinweise Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben. Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge. Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
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