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AT: Koalition fordert Maßnahmen gegen unseriöse "In-Game-Käufe"

DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦           

 

Die österreichische Koalition aus ÖVP und Grünen hat einen gemeinsamen Entschließungsantrag eingereicht, der sich mit den "In-Game-Käufen" in Online-Spielen befasst. Die Koalition kritisiert, dass diese oft durch unseriöse Praktiken angeboten werden und fordert Maßnahmen zum Schutz der Konsumenten, insbesondere Minderjähriger.

 

Der Antrag appelliert an den Bundesminister für Konsumentenschutz, die Geschäftsmodelle der Gaming-Anbieter zu überprüfen. Dabei soll insbesondere auf problematische Praktiken geachtet werden, die sich auf die Zielgruppe der Minderjährigen auswirken. Der Minister wird aufgefordert, angemessene Praxistipps für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagog:innen zu entwickeln. Zudem soll der rechtliche Rahmen dargelegt werden, und falls notwendig, sollen weitere mögliche Maßnahmen aufgezeigt werden.

 

Der Minister für Konsumentenschutz, Johannes Rauch, betrachtet den Antrag als Arbeitsauftrag und betont die ernsthafte Haltung gegenüber dem Konsumentenschutz. Er plant, Maßnahmen auf EU-Ebene zu prüfen, insbesondere in Anbetracht eines einschlägigen Urteils, das "Lootboxen" als illegal eingestuft hat.

 

Neben ÖVP und Grünen unterstützen auch die NEOS den Antrag. Peter Weidinger (ÖVP) hebt einen ganzheitlichen Ansatz im Konsumentenschutz hervor, während Maria Smodics-Neumann (ÖVP) und Barbara Neßler (Grüne) die Bedeutung von Prävention und Information unterstreichen. Es soll auch geprüft werden, welche rechtlichen Möglichkeiten für den Konsumentenschutz eingeführt werden können.

 

Die Debatte verdeutlichte unterschiedliche Meinungen. Kritik von Christian Drobits (SPÖ) und Christian Ries (FPÖ) wurde geäußert, dass der Antrag zu "unkonkret" sei und mehr als nur Analysen erfordere. Drobits erachtet den Antrag als "verwässert" und plädiert für konkrete Maßnahmen wie ein Verbot von Lootboxen, was von der FPÖ bereits vorgeschlagen wurde.

Ulrike Fischer (Grüne) betont, dass es bei der Angelegenheit auch um Kinder- und Jugendschutz geht. Sie fordert in einem ersten Schritt die Erhebung von Daten, um eine fundierte Grundlage zu schaffen. Die NEOS, vertreten durch Katharina Werner, zeigen sich erfreut über die Bewegung in dieser Angelegenheit und betonen die Wichtigkeit von Prävention, um alle Beteiligten zu sensibilisieren. Werner sieht ein Verbot von "In-Game-Käufen" als eine Frage, die auf europäischer Ebene geregelt werden sollte.

 

 

 

Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦ 

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