Antisemitismus an der Universität der Künste Berlin: Kunststudierende verbreiten Angst und Hass

UdK-Präsident Norbert Palz versucht mit ruhigem Diskurs und Fakten die Situation zu deeskalieren .  © Instagram: student_collective_berlin
UdK-Präsident Norbert Palz versucht mit ruhigem Diskurs und Fakten die Situation zu deeskalieren . © Instagram: student_collective_berlin

DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦       UdK-Präsident Norbert Palz versucht mit ruhigem Diskurs und Fakten die Situation zu deeskalieren . © Instagram: student_collective_berlin   

 

Unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit hat sich an der Universität der Künste (UdK) in Berlin eine beunruhigende Szenerie entwickelt. Studierende, angeführt von einer pro-palästinensischen Gruppe, setzen ihre politischen Überzeugungen in aggressiver Weise durch, wobei antisemitische Elemente und eine bedrohliche Atmosphäre die Universität durchziehen.

 

Am 13. November inszenierten etwa 80 bis 100 Studierende eine politische Performance in der Eingangshalle der UdK. Gekleidet in Schwarz, vermummt und mit blutroten Händen protestierten sie gegen die angebliche Unterstützung Israels durch deutsche Politiker. Die Aktion begann zunächst mit dem Vorlesen von Namen getöteter palästinensischer Kinder und eskalierte, als Norbert Palz, der Präsident der UdK, die Halle betrat.

Die Studierenden forderten von Palz die Verurteilung Israels und kritisierten seine Solidaritätserklärung mit dem Staat. Die Szene wurde von einer zunehmend aggressiven Menge dominiert, die in einer beängstigenden Choreografie "Condemn genocide", "Stop colonialism" und "Free Palestine" skandierte. Die Forderung nach Verurteilung und die undifferenzierte Kritik an Israel waren dabei zentral.

Die antisemitische Symbolik der blutroten Hände ist besonders besorgniserregend. Während die Demonstranten behaupten, dies sei eine Anklage gegen deutsche Politiker, die Israel mit Waffenlieferungen unterstützen, erinnern jüdische Studierende an ein schreckliches Ereignis aus dem Jahr 2000. Damals wurden zwei israelische Reservisten in Ramallah brutal ermordet, und einer der Mörder zeigte der Menge blutverschmierte Hände.

Die Universitätsleitung, allen voran Präsident Palz, versucht mit ruhigem Diskurs und Fakten die Situation zu deeskalieren. Allerdings wird dies von der Gruppe der Aktivisten, die den Diskurs kontrollieren will, vehement abgelehnt. Die Forderung nach der Überzeugung der Bundesregierung, Israel nicht mehr zu unterstützen, und die pauschale Verurteilung Israels als völkermörderischen, Apartheid praktizierenden, faschistischen Staat lassen keinen Raum für einen demokratischen Dialog.

Besonders alarmierend ist, dass jüdische Studierende nun aus Angst die Universität meiden. In einem Umfeld, das eigentlich Raum für kreativen Austausch bieten sollte, haben diese Studierenden mit Diskriminierung und Feindseligkeit zu kämpfen.

Die jüngsten Entwicklungen an der UdK werfen nicht nur ein Schlaglicht auf antisemitische Vorfälle, sondern auch auf die Herausforderungen im Umgang mit kontroversen politischen Themen an Hochschulen. Die Gesellschaft sollte solche Vorfälle als Weckruf betrachten und sich für Toleranz, Meinungsfreiheit und den Schutz aller Studierenden einsetzen.

Wir baten die Universität der Künste um eine Stellungnahme zu den stattgefundenen Ereignissen, die von einer politischen Performance am 13. November geprägt waren. Auf unsere konkreten Fragen wurde zwar nicht eingegangen, allerdings erhielten wir eine ausführliche Antwort. Es wurde im Schreiben an uns auf das Statement vom 10.10.2023 und den Brief des Präsidiums an alle Hochschulmitglieder am 7.11.2023 verwiesen, „indem sich das Präsidium deutlich gegen jede Form von Antisemitismus und Diskriminierung positioniert hat.“

Die UdK Berlin bekennt sich solidarisch mit Israel
10.10.2023 Die Universität der Künste Berlin ist tief betroffen und bestürzt über die gewalttätigen Angriffe der Hamas auf Israel. Wir stehen in Solidarität mit unseren israelischen Kolleginnen, Studierenden und Kunstschaffenden unserer Partnerinnen in Jerusalem und Tel Aviv. Als traditionsreiche künstlerische Universität in Deutschland tragen wir eine besondere Verantwortung – unsere Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten und entführten Geiseln sowie ihren Freund*innen und Familien. Mit Sorge blicken wir auf die politischen Entwicklungen und schließen uns den Meldungen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an. Die Hochschulleitung der Universität der Künste Berlin“

Laut Angaben der Sprecherin der Universität gibt es von dem „Diversitätsbeauftragten konzipierte Austauschformate unter dem Titel „Lasst uns sprechen! Veranstaltungsreihe Israel / Palästina – Dialog und Safe Spaces gemeinsam schaffen“, die bereits letzte Woche am 30.11.2023 stattgefunden haben und fortlaufend zu weiteren Terminen angeboten werden. Dieses Angebot richtet sich an Studierende der UdK Berlin“ (Weitere Informationen hier).

Die UdK Berlin betont in ihrem Schreiben an uns, dass die UdK Berlin „ein sicherer Ort für alle Hochschulmitglieder bleibt. Ein Ort des Austausches, der Empathie und der Toleranz, indem respektvolle Begegnungen und Gespräche trotz Unterschiede möglich sind. Das Wohl und die Sicherheit unserer Hochschulmitglieder hat oberste Priorität.

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