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Der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die kognitive Gesundheit älterer Erwachsener

DMZ –  PWISSENSCHAFT ¦ Lena Wallner ¦                        

 

Die COVID-19-Pandemie hat weltweit erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Aspekte des Lebens gehabt. Eine neue Studie, betitelt "Der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die kognitive Gesundheit älterer Erwachsener", hat untersucht, wie sich die Pandemie auf die kognitive Gesundheit älterer Menschen ausgewirkt hat. Die Studie wurde anhand von präpandemischen Daten für 3.142 Teilnehmer durchgeführt, darunter 1.696 Frauen (54,0%) und 1.446 Männer (46,0%), mit einem Durchschnittsalter von 67,5 Jahren (SD 9,6, Bereich 50-96).

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im ersten Jahr der Pandemie eine signifikante Verschlechterung der exekutiven Funktion und des Arbeitsgedächtnisses auftrat. Dieser kognitive Abbau betraf die gesamte Kohorte, einschließlich Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Personen mit einer COVID-19-Vorgeschichte. Besonders besorgniserregend ist, dass die Verschlechterung des Arbeitsgedächtnisses auch im zweiten Jahr der Pandemie in der gesamten Kohorte anhielt.

 

Die Studie zeigt, dass diese kognitiven Veränderungen mit geänderten Risikofaktoren für Demenz in Zusammenhang stehen. Reduzierte körperliche Aktivität und erhöhter Alkoholkonsum wurden im ersten Jahr der Pandemie signifikant mit einer Verschlechterung der kognitiven Gesundheit assoziiert. Depression und Einsamkeit waren ebenfalls mit einigen Aspekten der beschleunigten kognitiven Verschlechterung in den Untergruppen von Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Personen mit einer COVID-19-Vorgeschichte verknüpft.

 

Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen zur Reduzierung des Demenzrisikos, insbesondere bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, die ein erhöhtes Risiko haben, innerhalb von fünf Jahren in Demenz zu erkranken. Es sollten langfristige Interventionen zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit in Betracht gezogen werden, insbesondere für Personen mit einer COVID-19-Vorgeschichte.

 

Die Studie hebt hervor, dass Personen im Alter von 50 Jahren und älter in Großbritannien im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie, während der drei gesellschaftlichen Lockdowns, die insgesamt sechs Monate dauerten, eine beschleunigte Verschlechterung der exekutiven Funktion und des Arbeitsgedächtnisses zeigten. Diese Verschlechterung des Arbeitsgedächtnisses hielt jedoch auch im zweiten Jahr der Pandemie an, nachdem die sozialen Beschränkungen gelockert worden waren.

 

Obwohl die Studie auf bestimmte Limitationen hinweist und betont, dass kausale Schlüsse aus den Ergebnissen nicht gezogen werden können, legen die Daten nahe, dass Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils und zur Unterstützung der mentalen Gesundheit während und nach der Pandemie von entscheidender Bedeutung sind. Dies gilt insbesondere angesichts der Veränderungen im Lebensstil, die während der Pandemie aufgetreten sind und mit einem erhöhten Risiko für Demenz in Verbindung stehen.

 

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes zur Bewältigung der langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die kognitive Gesundheit älterer Menschen. Weitere Forschung und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen sind erforderlich, um die kognitiven Herausforderungen anzugehen, die sich in der Folge der Pandemie ergeben haben.

 

Zusammenfassend können folgende Schlussfolgerungen aus der Studie gezogen werden:

  • Die COVID-19-Pandemie hat zu einer signifikanten Verschlechterung der kognitiven Gesundheit älterer Erwachsener geführt, insbesondere in Bezug auf die exekutive Funktion und das Arbeitsgedächtnis.
  • Diese Verschlechterung trat im ersten Jahr der Pandemie auf und setzte sich auch im zweiten Jahr fort, selbst nach Lockerung der sozialen Beschränkungen.
  • Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Personen mit einer Vorgeschichte von COVID-19 waren ebenfalls von diesem kognitiven Abbau betroffen.
  • Reduzierte körperliche Aktivität, erhöhter Alkoholkonsum, Depression und Einsamkeit wurden als Risikofaktoren für die kognitive Verschlechterung identifiziert.
  • Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils und zur Unterstützung der mentalen Gesundheit sind von entscheidender Bedeutung, um die kognitiven Herausforderungen anzugehen, die sich aus der COVID-19-Pandemie ergeben haben.
  • Frühzeitige Interventionen und Maßnahmen zur Vermeidung von kognitivem Abbau bei älteren Erwachsenen sind wichtig, insbesondere bei Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, die ein erhöhtes Demenzrisiko aufweisen.
  • Weitere Forschung ist erforderlich, um die genauen Mechanismen, die diesem kognitiven Abbau zugrunde liegen, besser zu verstehen und gezielte Interventionen zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit zu entwickeln.

Die Studie erwähnt übrigens nirgends, dass die Ursachen für den kognitiven Abbau aufgrund der Lockdowns entstanden sind, wie dies in diversen Medien zu entnehmen war.

Fakt: Die Studie hebt hervor, dass es während der COVID-19-Pandemie zu einem signifikanten kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen gekommen ist, und es werden verschiedene Faktoren identifiziert, die mit diesem kognitiven Abbau in Verbindung stehen. Dazu gehören reduzierte körperliche Aktivität, erhöhter Alkoholkonsum, Depression und soziale Isolation.

 

Die Studie stellt also keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen den Lockdowns und dem kognitiven Abbau her. Stattdessen hebt die Studie hervor, dass die während der Pandemie beobachteten Veränderungen im Lebensstil und im psychischen Wohlbefinden mit dem kognitiven Abbau in Verbindung gebracht werden.

 

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