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Die Motivation hinter der Wahl rechtspopulistischer Parteien: Eine differenzierte Betrachtung ist unerlässlich.

DMZ –  POLITIK / GESELLSCHAFT ¦ Lena Wallner ¦        

 

In den letzten Jahren konnte eine verstärkte Zustimmung zu rechten und gar rechtsradikalen Parteien beobachtet werden. Um die Beweggründe und Faktoren zu verstehen, die Menschen dazu veranlassen, solche Parteien zu wählen, muss man verschiedene Aspekte  betrachten, die zur Wahl beitragen können.

 

Schwäche sucht oft nach Stärke. Eine markante Rhetorik, die darauf abzielt, Gegner nicht nur zu besiegen, sondern auszuschalten, übt eine gewisse Anziehungskraft aus. Die Verwendung von Kriegsrhetorik und die Vorstellung, dass der "Gewinner nimmt alles" (The winner takes it all), sind Faktoren, die auf bestimmte Menschen anziehend wirken, da sie nach Ausdrucksformen von Macht suchen.

 

Unzufriedenheit und Protest

Eine Motivation für die Wahl rechtsradikaler Parteien liegt bei vielen Menschen in der Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung und dem politischen Status quo. Menschen, die sich von der etablierten Politik nicht ausreichend vertreten fühlen, nutzen mitunter ihre Stimme, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Der Wunsch nach Veränderung und der Frust über die bestehende politische Landschaft können zu einer Anziehungskraft rechts(radikaler) Parteien führen. Es ist jedoch keine sinnvolle Lösung, aus Frustration gezielt rechte Parteien zu wählen.

 

Fremdenfeindlichkeit und Populismus

Rechtsradikale Parteien betonen oft Fremdenfeindlichkeit und nutzen populistische Ansätze, um Wählerinnen und Wähler anzusprechen. Menschen, die von Ängsten und Sorgen über den sozialen oder wirtschaftlichen Wandel geprägt sind, fühlen sich von solchen Parteien angezogen. Fremdenfeindlichkeit und Populismus stellen aber niemals eine akzeptable Alternative dar und eine offene und inklusive Gesellschaft ist durchaus erstrebenswert.

 

Nationalismus und Identitätspolitik

Ein weiterer Faktor ist der Fokus rechts(radikaler) Parteien auf Nationalismus und Identitätspolitik. Diese Parteien betonen die Bedeutung nationaler Identität und Souveränität. Aktuelle auch mit der lancierten Aktion "Nationalstolztag" der AfD (Thüringen): 

 

"Gegen Genderwahn, Regenbogenidiologie und Geschlechtsverwirrte, die im Juni ihren "Pride-Month" feiern gibt es ein Mittel: Nationalstolz! Deswegen feiern wir den Stolzmonat! Wir unterstützen diese Aktion von herzen! Schwarz Rot Gold ist bunt genug!"

 

Wählerinnen und Wähler, die eine starke Verbindung zu ihrer nationalen oder kulturellen Identität empfinden und sich durch globale Entwicklungen bedroht fühlen, können in solchen Parteien eine Plattform für ihre Überzeugungen sehen. Diesen Leuten ist nicht bewusst, dass eine konstruktive Auseinandersetzung mit Identität und Vielfalt notwendig ist und dass nationaler Stolz nicht auf Kosten anderer gehen darf. Nationalstolz muss man in solchem Zusammenhang immer kritisch betrachten. Denn wenn er übertrieben oder exklusiv wird, kann er zu Überlegenheitsgefühlen, Diskriminierung oder Ausgrenzung führen. 

 

Soziale und wirtschaftliche Unsicherheit

Menschen, die mit sozialen oder wirtschaftlichen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Einkommensungleichheit oder Armut konfrontiert sind, können sich von rechtsradikalen Parteien angezogen fühlen. Das zeigt Geschichte und  Gegenwart. Diese Parteien bieten oft einfache Lösungen für komplexe Probleme an und versprechen eine Stärkung der nationalen Wirtschaft und der sozialen Sicherheit. Die Bildung spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Wahl von rechts(radikalen) Parteien. Es gibt verschiedene Zusammenhänge zwischen Bildungsniveau und politischer Orientierung.

 

Die Motivation hinter der Wahl rechtsradikaler Parteien zu verstehen, ist von Bedeutung, um geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Demokratie und des gesellschaftlichen Zusammenhalts ergreifen zu können. Gleichzeitig sollte betont werden, dass rechtsradikale Parteien keine akzeptable Alternative darstellen und dass es wichtig ist, an einer pluralistischen und inklusiven Gesellschaft zu arbeiten, in der verschiedene Meinungen respektiert werden und Diskriminierung keinen Platz hat.

Visualisierung extremistischer Ideologie
Visualisierung extremistischer Ideologie

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