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Veränderungen der roten Blutkörperchen nach SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen

DMZ –  WISSENSCHAFT ¦ Lena Wallner ¦                            

 

Eine schwerwiegende Erkrankung durch das Coronavirus 2019 (COVID-19) geht mit Entzündungen, erhöhter Blutgerinnung und Sauerstoffmangel einher. Rote Blutkörperchen (RBCs) spielen eine wichtige Rolle in der Mikrozirkulation und dem Sauerstofftransport und sind daher von besonderem Interesse für das Verständnis der Krankheitsmechanismen von COVID-19.

 

Während ältere Menschen oft schwer von der Krankheit betroffen sind, verläuft sie bei Kindern oft ohne auffällige Symptome. In dieser Studie wurden morphologische und mechanische Eigenschaften der RBCs bei Kindern und Jugendlichen nach einer SARS-CoV-2-Infektion untersucht, um den Zusammenhang zwischen RBC-Veränderungen und dem klinischen Verlauf von COVID-19 zu untersuchen. Hierbei wurde die Echtzeit-Verformbarkeitszytometrie (RT-DC) eingesetzt. Es wurden Blutproben von 121 Schülern weiterführender Schulen in Sachsen, Deutschland, analysiert, wobei der SARS-CoV-2-Serostatus ermittelt wurde. Die Ergebnisse zeigten eine signifikant erhöhte Verformbarkeit der RBCs bei seropositiven Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu seronegativen Teilnehmern. Jedoch konnte kein Unterschied festgestellt werden, wenn die Infektion mehr als 6 Monate zurücklag. Die durchschnittliche Größe der RBCs war bei seropositiven und seronegativen Jugendlichen vergleichbar. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine erhöhte Verformbarkeit der RBCs bis zu 6 Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen möglicherweise auf einen milden Krankheitsverlauf hinweisen kann.

 

Die Studie umfasste insgesamt 121 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 14,93 Jahren. Von ihnen waren 63 Teilnehmer seropositiv für SARS-CoV-2, während 49 seronegativ waren. Es gab keine Unterschiede im Alter und Geschlecht zwischen den beiden Gruppen. Neun Teilnehmer gaben an, zum Zeitpunkt der Blutentnahme vollständig gegen COVID-19 geimpft worden zu sein und waren älter als die seronegativen Teilnehmer. Die Analyse mittels RT-DC ergab signifikante Unterschiede in der Verformbarkeit der RBCs unter Scherstress in der Kapillare. Die RBCs von SARS-CoV-2-seropositiven Personen waren signifikant verformbarer, während der Bereich der Verformbarkeit geringer war. In Bezug auf den SARS-CoV-2-Serostatus wurden keine Unterschiede in der durchschnittlichen Größe, dem Bereich der Größe, der durchschnittlichen Helligkeit und dem Bereich der Helligkeit der RBCs zwischen den beiden Gruppen festgestellt.

 

Die Ergebnisse legen nahe, dass nur die Verformbarkeit der roten Blutkörperchen (RBCs) bei SARS-CoV-2-seropositiven Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu seronegativen Teilnehmern signifikant erhöht war. Es gab jedoch keinen Unterschied in Bezug auf die Größe der RBCs zwischen den beiden Gruppen. Darüber hinaus wurde untersucht, wie sich die Verformbarkeit der RBCs im Laufe der Zeit seit der Infektion veränderte. Es wurde festgestellt, dass die Verformbarkeit bei seropositiven Teilnehmern, deren Infektion weniger als 6 Monate zurücklag, signifikant höher war als bei seronegativen Teilnehmern. Bei Teilnehmern, deren Infektion mehr als 6 Monate zurücklag, konnte jedoch kein Unterschied in der Verformbarkeit festgestellt werden.

 

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veränderungen der RBCs nach einer SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen zeitabhängig sind. Eine erhöhte Verformbarkeit der RBCs könnte ein Anzeichen für einen milden Krankheitsverlauf von COVID-19 sein. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass diese Studie lediglich einen zeitlichen Zusammenhang festgestellt hat und weitere Untersuchungen erforderlich sind, um den genauen Mechanismus und die klinische Bedeutung dieser Veränderungen zu verstehen.

 

Zusammenfassend liefern diese Ergebnisse Hinweise darauf, dass Veränderungen der RBC-Verformbarkeit bei Kindern und Jugendlichen mit einer SARS-CoV-2-Infektion eine Rolle spielen könnten. Die Verwendung von RBC-Verformbarkeitsparametern könnte potenziell als Marker für den Krankheitsverlauf und die Prognose von COVID-19 bei jungen Patienten dienen. Es ist jedoch weitere Forschung erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und ihre klinische Relevanz zu bestimmen.

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