Plastikfreie und essbare Verpackung aus Eierschalen

DMZ – TECHNIK/UMWELT ¦ Patricia Jungo ¦                    

 

Wer kennt sie nicht, die praktischen Instantnudeln, wenn es mal schnell gehen muss?

 

Mit etwas heißem Wasser und der beigelegten Gewürzpackung über die Nudeln zaubert man sich in Kürze eine Mahlzeit. Vor allem bei Student:innen sind Instantnudeln sehr beliebt. Kein Wunder also, dass sich Studentinnen der Unversität Hohenheim mit der Frage des damit einhergehenden Abfalles beschäftigt haben. Als Lösung haben sie nun eine nachhaltige Folie für die Entwicklung von Fertigprodukten entwickelt. Das Tolle daran ist, dass es dafür gar kein Plastik braucht und das Ganze auch noch essbar ist.

 

Ohne scharfen Blick lässt sich das kleine Päckchen für die Gewürzmischung der Fertignudeln kaum von Plastik unterscheiden. Es kann aber direkt in die Nudeln gegeben und mit heissem Wasser übergossen werden. Danach löst es sich auf und sein Inhalt wird freigegeben. Damit spart man den Verpackungsmüll und zudem recyclet man auch noch den Grundstoff der neuen Verpackung, nämlich Eierschalen. Die fünf Studentinnen der Universität Hohenheim in Stuttgart gewannen mit ihrer Verpackung bei der „EIT Food Solutions: Reuse2Repack Challenge“, einem Wettbewerb für die Entwicklung biobasierter Verpackungslösungen aus Lebensmittelabfällen, als „TEAM EDGGY“ für die innovativste Idee ein Preisgeld von 1200 Euro. „EIT Food“ ist eine EU-Initiative zur Förderung von nachhaltigen und gesunden Lebensmittelinnovationen. Beim Kochen mit ihrer Mutter kam Lins Obeidat auf die Idee, Eierschalen als Basis für die Verpackung einzusetzen. Kurz bevor sie die Eierschalen wegwerfen wollte, kam ihr die Glanzidee. Sie dachte sich, dass, was das Ei schützte, doch auch als Verpackung dienen könnte.

 

Zusammen mit ihren Kommilitoninnen Alena Fries, Bahar Abrishamchi, Paulina Welzenbach und Cora Schmetzer entwickelte sie dann aus dieser Idee ein fertiges Produkt. Mit der Hilfe von Mentor:innen aus den Bereichen der Industrie und Wissenschaft arbeiteten die Studentinnen an ihrem Projekt. Es brauchte natürlich viele Versuche, bei denen die Methoden immer wieder angepasst wurden und es gab auch Rückschläge. Schlussendlich erzielten sie mit einem simplen Ansatz den gewünschten Erfolg.

 

Wie Bahar Abrishamchi erklärt, bestehen ihre Verpackungen aus einer sehr einfachen Mischung, für die pflanzliches Eiweiß, Eierschalen und strukturgebende Weichmachern wie Wasser dienen. Die wasserlösliche Folie enthält auch Proteine, die man natürlich beim Verzehr der Nudeln mitisst. So ist die sich auflösende Verpackung auch noch gesund. Ziel der Gruppe ist es nun, weitere Verbesserungen des Produktes zu erreichen und vielleicht sogar ein eigenes Start-Up dazu zu gründen. Die Chancen stehen also gut, dass dieses tolle neuartige Produkt auch auf den Markt kommt, was sehr wert- und sinnvoll wäre angesichts der Tatsache, dass allein im Jahre 2022 in Deutschland etwa 13,2 Milliarden Eier produziert wurden. Und das sind natürlich nicht weniger Eierschalen…

 

 

 

±Universität Hohenheim/trendsderzukunft±

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