Illegaler Export von Elektroschrott gefährdet Kinder in ärmeren Ländern

DMZ – UMWELT/LEBEN ¦ Patricia Jungo ¦

 

Im Jahre 2019 betrug die Menge an Elektroschrott laut Schätzungen weltweit etwa 53,6 Millionen, was einem Fünftel mehr als noch vor fünf Jahren gleichkommt. Da die allermeisten Geräte dank der darin enthaltenen Rohstoffe recycelt werden können, stellt das kein wirkliches Problem dar.

 

Anders verhält es sich bei Geräten, die nicht sachgerecht entsorgt werden. Dies ist leider meist der Fall. Nur gerade 17 Prozent des Elektroschrotts schaffen es in professionelle Recycling-Anlagen mit den notwendigen Massnahmen in Sachen Umwelt- und Arbeitsschutz. Die Entsorgung des Rests läuft mehr oder weniger illegal ab. Der grösste Anteil kommt früher oder später in ärmere Länder.

 

Auch diese wollen die in den Geräten zu findenden Rohstoffe wiederverwerten. Bedauerlicherweise geschieht dies unter extremen Bedingungen. Um ans Kupfer zu kommen, werden beispielsweise einfach die Kabel verbrannt. Natürlich atmen dann die Mitarbeiter die so freigesetzten giftigen Dämpfe ein. Treten Chemikalien aus, versickern sie oft im Boden. Die Menschen, die in diesem Müllsektor arbeiten, gefährden ihre Gesundheit massiv. Noch schockierender ist dabei die Tatsache, dass laut aktuellem Bericht der Weltgesundheitsorganisation 18 Millionen Kinder weltweit davon betroffen sind. Da sie kleine Hände haben, werden sie gerne beim Recycling von Elektroschrott eingesetzt. Für sie geht es sehr leicht, einzelne Bauteile voneinander zu trennen. Aber für die Kleinen ist die Gefahr auch am grössten. Sie sind noch im Wachstum und die Folgen der giftigen Stoffe können schwerwiegend sein und von Lungenkrankheiten, erhöhtem Krebsrisiko bis hin zu Herzproblemen reichen.

 

Aber auch Kinder, welche in der Nähe der Verwertungszentren spielen oder Eier von Hühnern essen, welche dort ihre Nahrung gefunden haben, laufen grosse Gefahr krank zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat nun den entsprechenden Bericht in Berlin an einer Konferenz präsentiert. Gefordert werden von den Regierungen weltweit wirkungsvollere Massnahmen, um dem illegalen Export von Elektroschrott zu Einhalt zu gebieten. Bisherige Regeln greifen nur ungenügend und Anpassungen sind dringend notwendig. Natürlich ist die entsprechende Kontrolle zur Einhaltung der Regeln grundlegend. Nur so können Verstösse festgestellt und Strafen ausgesprochen werden. Es bleibt abzuwarten, ob im Herbst dann auch erste Schritte in die richtige Richtung folgen. Aber auch andere interessante Massnahmen müssen näher betrachtet werden. Ein Beispiel dazu könnte die Reduzierung der Menge an Elektroschrott sein, die man durch die Erhöhung der Langlebigkeit der Produkte und einfachere Reparaturen erreicht würde. In Deutschland (Thüringen) sind spannende Projekte als Test gestartet worden. Der Staat gibt dort für die Reparatur defekter Elektrogeräte einen Zuschuss. Es gibt noch viel zu tun. Auch hier geht es nur, wenn wir es anpacken.

 

 

 

Quelle:

±WHO/trendsderzukunft.de±


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