Smarte Tintenfischfenster

DMZ – INNOVATION ¦ Patricia Jungo ¦                        

 

Der Sommer steht bald schon vor der Türe und bei aller Freude macht einem die Hitze in den Räumen doch bald zu schaffen. Wie rasch lässt man dann die Rollos runter, was primär hilft, aber leider zufolge hat, dass es dunkel wird. Nun ist der Griff zu Lichtschalter nicht mehr weit und bleibt auch nicht die Ausnahme.

 

Schon steigt der Energieverbrauch. Aber auch, wenn an gewissen Tagen Sonnenlicht fehlt, braucht es künstliches Licht. Was wäre da wohl sinnvoller als Fenster, die regulierend eingreifen könnten, um die Hitze zu blocken, ohne aber das sichtbare Licht auszusperren und das träge Licht zu streuen mit dem Ziel auch die letzte Ecke heller zu machen? Dies haben sich bereits Forscher an der Universität in Toronto überlegt und im Anschluss Plexiglas-Fenster nach dem Tintenfischprinzip entwickelt, welche die IR-Strahlen mit der Hitze gezielt sperren und diesiges Licht zu streuen vermögen. All dies zudem genau, wie es gewünscht wird.

 

Der nächste Schritt wird ein per Smartphone steuerbares System sein, das wie eine Art Folie auf den eigentlichen Fenstern kleben soll. Das System besteht aus drei sehr dünnen Schichten mit winzigen Kanälen. Darin befinden sich drei verschiedenfarbige Flüssigkeiten, welche in Bewegungen sind, die wiederum für das Verändern der optischen Eigenschaften der Platten verantwortlich sind. Die ungiftigen, gefärbten Stoffe auf Alkohol- und Wasserbasis sind kostengünstig. Jede der Schichten übernimmt dabei eine andere optische Funktion. Das IR-Licht kann so wirklich vom Anwender ausgesperrt werden. Auch eine optische Verdunkelung oder das gezielte Streuen des einfallenden Lichtes sind möglich.

 

Dank solcher Anlagen können gegenüber den besten zurzeit vorhandenen Verdunklungssystemen nochmals 43 Prozent mehr Energie eingespart werden. Kanada steht eine etablierte Fluidikplattform zur Verfügung, welche zur Verbesserung der neuen Technik eingesetzt werden kann, um sich so weiter dem Ziel der Nullenergiegebäude anzunähern. Die bisherigen lichtleitenden Platten sind mit 30 x 30 Zentimetern eher klein.

 

Auch dafür besteht natürlich Entwicklungspotenzial. Ziel der Forscher ist es, mit der Entwicklung des Produktes so weit zu kommen, dass jedes Gebäude mit Fenstern auch nachträglich davon profitieren könnte. Vor allem an Häusern mit hohem Verglasungsanteil wie beispielsweise an Bürotürmen wirken diese Tintenfischfenster besonders gut. Es reicht, dort einfach eine 2 bis 3 Millimeter dicke Folie auf jedes Fenster zu kleben. Der Effekt wird sogleich sicht- und spürbar sein.

 

 

 

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