AT: Qualitätssicherungsrat für Pädagogenbildung

DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦                                    

 

Zur Begleitung der Implementierung der 2013 gesetzlich verankerten "PädagogInnenbildung NEU" wurde der "Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung" (QSR) eingerichtet. Als Einrichtung der akademischen Qualitätssicherung nimmt der QSR eine Reihe von gesetzlich verankerten Aufgaben wahr. Sie reichen von der Beobachtung der Entwicklungen in der Pädagog:innenbildung über die Beratung der zuständigen Ministerien bis hin zur Prüfung der Voraussetzungen für die Leistungserbringung der Pädagogischen Hochschulen.

 

Der QSR formuliert auf Basis seiner Tätigkeiten auch Empfehlungen für eine qualitätsvolle Ausbildung von Pädagog:innen. Derzeit liegt dem Nationalrat der Bericht für das Jahr 2021 vor (III-777 d.B.), in dem der Rat seine aktuellen Monitoring-Aktivitäten und die daraus abgeleiteten Empfehlungen ausführt. Diese richten sich an die Bildungs- und Wissenschaftspolitik und an die Anbieter von Lehramtsstudien gleichermaßen.

 

Neue Empfehlungen des QSR zur Weiterentwicklung der Pädagog:innenbildung

Basierend auf seiner Tätigkeit im Berichtsjahr 2021 spricht sich der QSR für die Weiterentwicklung der Curricula mit Blick auf künftige gesellschaftliche Heraus- und Anforderungen aus.  Als Beispiele für Themen, die laut dem Rat zu berücksichtigen sind, nennt der Bericht Diversität, Inklusion, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Der QSR empfiehlt auch die Weiterentwicklung von berufsbegleitenden Bachelor- und Masterstudien.

 

Bei den Aufnahmeverfahren spricht sich der QSR für eine österreichweite Evaluation und eine partizipative Weiterentwicklung auf Basis gemeinsamer Standards aus. Zudem müsse die Sicherung einer qualitätsvollen Ausbildung der Studien für Quereinsteiger:innen erfolgen.

 

Der Rat regt auch eine breite Diskussion der Ergebnisse der Evaluation der Pädagog:innenbildung für die Primarstufe und Sekundarstufe sowie zu den Themen Allgemeinbildung und Berufsbildung an, um sie zur Weiterentwicklung der Pädagog:innenbildung zu nutzen.

 

Einige frühere Empfehlungen sind bereits in Umsetzung, wie die nach einer Evaluation zur Pädagog:innenbildung und nach einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von Konzepten für ein berufsbegleitendes Masterstudium unter Berücksichtigung von Evaluationsergebnissen und Erfahrungen. Auch der Diskurs über Qualitätskriterien zur Auswahl- und Aufnahme von Studienbewerber:innen nach österreichweit festgelegten Gütekriterien habe schon begonnen. Auch sei der Ausbau von zeitlichen und finanziellen Ressourcen für Forschungstätigkeiten der Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen bereits im Gange.

 

Längerfristige Entwicklungsziele für die Pädagog:innenbildung

Der Bericht nennt eine Reihe von längerfristigen Entwicklungszielen, die der QSR zum Teil bereits in früheren Berichten formuliert hat. Dazu gehört die Sicherstellung des "Constructive Alignment", der Abstimmung der Lehr- und Lernmethoden sowie der Prüfungsformen und -methoden mit den angestrebten Lernzielen und Kompetenzen in den Curricula.

 

Im Kontext der jeweiligen Verbundstrukturen gelte es, kooperative Arbeitseinheiten zu entwickeln, um Kompetenzen in Forschung, Lehre und Profession bündeln und vertiefen zu können. Das gilt laut dem QSR vor allem für die Sekundarstufe.

 

Der QSR spricht sich auch für die Erhaltung der Strukturen an den Pädagogischen Hochschulen aus, um eine starke (duale) Berufsbildung zu garantieren. Weiters seien gesetzliche Grundlagen erforderlich, die den Pädagogischen Hochschulen mehr Budgetautonomie und Möglichkeiten zur Anstellung von Personal einräumen. Die im Moment in diesem Bereich bestehenden Beschränkungen stehen laut dem QSR der Einwerbung von Projektmitteln durch die Pädagogischen Hochschulen massiv entgegen.

 

Für Absolvent:innen des Masterstudiums für ein Lehramt in der Primarstufe sei es wichtig, Übergänge zu facheinschlägigen Doktoratsstudien zu schaffen, hält der QSR fest. Außerdem müssten zum einen Konzepte entwickelt werden, um mehr qualifizierte und engagierte Personen für den Beruf als Pädagoge bzw. Pädagogin gewinnen zu können und zum anderen müssten die Rahmenbedingungen für die Arbeit in diesem Berufsfeld positiv weiterentwickelt werden. 

 

 

Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦ 

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