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Welthungerindex: Die Zahl der Hungernden weltweit steigt wieder

DMZ – GESELLSCHAFT ¦ Patricia Jungo ¦                          

 

Das Ziel der Vereinten Nationen ist es, dem Hunger auf der Welt bis zum Jahre 2030 Meister zu werden. Über erste Fortschritte konnten man sich in den letzten zehn Jahren auch freuen, da die Zahl der Hungernden kontinuierlich abnahm.

 

Aufgrund der Tatsache, dass diese Entwicklung bei weitem nicht schnell genug verlief, scheint das hohe Ziel für 2030 eher unrealistisch. Bedauerlicherweise ist sogar eine Verschlimmerung der Situation eingetreten. Dies zeigt der aktuelle Welthungerindex: Im letzten Jahr ist die Zahl der weltweit vom Hunger betroffenen Menschen von 810 auf 828 Millionen gestiegen.

 

Es handelt sich dabei um die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, was zur korrekten Einordnung wichtig ist. So sind die Folgen des Krieges in der Ukraine hier noch nicht erfasst und diese werden die Zahlen von diesem Jahr zweifelsohne verschlimmern. Auch die weltweite Inflation, welche in der Regel die ärmsten Menschen am härtesten trifft, wird die Zahlen nochmals nach oben korrigieren. Das Problem ist aber grundsätzlich lösbar. Auch im letzten Jahr war die Produktion von Lebensmitteln ausreichend, um alle Menschen zu ernähren. Jedoch haben sie leider nicht immer den Weg zu den ärmsten der Armen gefunden.

 

Auch die Tatsache, dass Nahrungsmittel als Tierfutter oder zur Energiegewinnung genutzt werden, ist hier mitverantwortlich. Dasselbe gilt für Krisen, Kriege und staatliche Misswirtschaft. Als Beispiel kann der Norden Kenias genannt werden, wo es zurzeit eine Nahrungsmittelknappheit gibt, obwohl in der Mitte und im Süden des Landes genügend Ernten eingefahren werden. Zur Linderung des grossen Leids könnte eine wirksamere Logistik massgebend beitragen. Doch diese Umsetzung ist nicht so einfach, wie sie scheint. In Staaten, wo bewaffnete Konflikte stattfinden, gestaltet sich das Problem noch viel schwieriger.

 

Dort kommt es oft dadurch nicht nur zur Zerstörung landwirtschaftlich genutzter Flächen, sondern auch zu erschwertem Transport der Lebensmittel. So ist es nicht verwunderlich, dass beispielsweise der von einem Bürgerkrieg geplagte Jemen zu den Ländern mit den meisten Hungernden zählt. Zu beobachten ist die Problematik in Südasien und Afrika südlich der Sahara. In diesen Gebieten sind neben den strukturellen Problemen vor allem auch die Folgen des Klimawandels und der Corona-Pandemie zu spüren. In einzelnen Ländern anderer Weltregionen treten ebenfalls Schwierigkeiten auf. In der eigentlich nicht hungergefährdeten Karibik, bildet Haiti die Ausnahme.

 

In diesem Land löst eine politische Krise die andere ab. Etwas Hoffnung gibt die Tatsache, dass es durchaus auch Länder gibt, wo eine positive Entwicklung zu beobachten ist. In 32 Ländern ist der Hungerindex seit dem Jahr 2000 um mehr als die Hälfte gesunken. Zu diesen Ländern gehören Angola, Dschibuti, Ghana, Malawi, Senegal und einige afrikanische Länder.

 

 

 

±www.trendsderzukunft/FAZ±

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