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Praktische Tipps für wirksame Klimakommunikation

DMZ – BLICKWINKEL ¦ Peter Metzinger ¦     

Vom Fachjargon zum Empowerment: Eine wirksame Klimakommunikation nutzt die Erkenntnisse aus der Verhaltenswissenschaft, um Menschen zu erreichen und zu befähigen. Acht praktische Tipps.

 

Effektive Kommunikation ist entscheidend, wenn man mit anderen über den Klimawandel spricht, egal ob Freunde, Kollegen, Kunden oder die Öffentlichkeit. Indem wir die Erkenntnisse der Verhaltenswissenschaft nutzen, können wir diese Gespräche effektiver und konstruktiver gestalten. Damit können wir die Menschen eher zum Handeln und somit auch zur Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Klimakrise bewegen. Folgende acht Grundsätze können uns dabei helfen:

 

  1. Klimamaßnahmen persönlich machen: Auswirkungen des Klimawandels mit dem Leben der Menschen in Verbindung bringen
  2. Zugänglichkeit ist der Schlüssel: Fachjargon vermeiden und den Klimawandel verständlich darstellen
  3. Macht durch Lösungen: Von Schwarzmalerei zu Optimismus wechseln
  4. Klimamaßnahmen machbar machen: Den Menschen Handlungsspielraum geben und zu kleinen Schritte ermutigen
  5. Die Kraft des kollektiven Handelns: Zusammenarbeit aufbauen und Schuldzuweisungen vermeiden
  6. Normalisierung klimafreundlicher Verhaltensweisen: Die Bedeutung sozialer Normen
  7. Vertrauenswürdige Botschafter: Die Rolle von glaubwürdigen und vielfältigen Stimmen in der Klimakommunikation
  8. Klimakommunikation für alle: Auf Gemeinsamkeiten fokussieren und Debatten vermeiden

1. Klimamaßnahmen persönlich machen

Der erste Grundsatz besteht darin, das Gespräch persönlich zu gestalten, indem man den Klimawandel mit dem Leben der Menschen in Verbindung bringt. Es ist effektiver, über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben der Menschen, als über ferne Eisschilde zu sprechen. Es ist auch wichtig, persönliche Vorteile wie Gesundheit, Kosteneinsparungen und coole Technologien wie Elektrofahrzeuge oder Solaranlagen hervorzuheben. Der Fokus auf lokale Auswirkungen auf das Leben der Menschen, wie Überschwemmungen oder hohe Rechnungen für Klimaanlagen, kann eher zum Handeln motivieren.

 

2. Zugänglichkeit ist der Schlüssel
Der zweite Grundsatz besteht darin, das Gespräch zugänglich zu machen. Kreative Ansätze tragen dazu bei, das Gespräch über den Klimawandel ansprechender zu gestalten. Der Einsatz von Humor oder Satire, ohne das Thema zu vernachlässigen, kann helfen. Vermeide Fachausdrücke und Zahlen und formuliere Zielgruppenabhängig. Die verschiedenen Gruppen reagieren besser auf unterschiedliche Themenbereiche und Begriffe wie «saubere und gesunde Luft» «Schutz von Familie und Gemeinschaft», «Schutz der Natur», «Schaffung von Arbeitsplätzen», «nationale Sicherheit» und «Glaube und Verantwortung».

 

3. Macht durch Lösungen
Der dritte Grundsatz besteht darin, das Gespräch ermächtigend zu gestalten. Der konstruktive Umgang mit Emotionen wie Wut, Hoffnung, Belustigung und Stolz kann die Menschen dazu befähigen, sich der Klimakrise zu stellen. Es ist wichtig, den Ernst und die Dringlichkeit des Problems anzuerkennen. Aber es ist ebenso wichtig, sich nicht zu sehr auf Untergangsstimmung und Pessimismus zu konzentrieren. Stattdessen geht es darum, ein umfassendes Bild zu zeichnen, das Emotionen und Handeln miteinander verbindet.

 

4. Klimamaßnahmen machbar machen
Das vierte Prinzip besteht darin, den Menschen im Gespräch den Handlungsspielraum aufzuzeigen. Indem man die Menschen auf klimarelevante Maßnahmen hinweist, die sie als Einzelne und als Teil ihrer Gemeinschaft ergreifen können, kann man ihre Selbstwirksamkeit und Reaktionsfähigkeit stärken. Es ist wichtig, die Menschen abzuholen und aufzuzeigen, wie sie schrittweise vorgehen können.

 

5. Die Kraft des kollektiven Handelns
Das fünfte Prinzip besteht darin, das Gespräch kollektiv zu führen. Um die Klimakrise zu bewältigen, ist die Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Gesellschaft erforderlich, vom Einzelnen bis zu den Regierungen. Die Menschen müssen sich als Teil einer größeren Gruppe sehen, die gemeinsam etwas bewirken kann.

 

6. Normalisierung klimafreundlicher Verhaltensweisen
Das sechste Prinzip besteht darin, das Gespräch zur Normalität zu machen. Menschen sind eher bereit, sich klimafreundlich zu verhalten, wenn sie glauben, dass dies gesellschaftlich die Norm ist. Dies erreicht man, indem man auf Menschen verweist, die dieses Verhalten bereits praktizieren oder dass immer mehr Menschen dieses Verhalten praktizieren. Vor allem aber gilt es aufzuzeigen, dass die Gesellschaft ein klimafreundliches Verhalten begrüßt.

 

7. Vertrauenswürdige Botschafter
Das siebte Prinzip besteht darin, das Gespräch vertrauenswürdig zu gestalten. Es ist wichtig, die Botschafter mit Bedacht auszuwählen. Vertrauenswürdige, beliebte, sympathische oder diverse Botschafter können den Menschen helfen, sich als Teil der Bewegung zu sehen. Botschafter sind besonders wirkungsvoll, wenn sie ihre Überzeugung auch leben. Klimawissenschaftler und unmittelbare Familienmitglieder, einschließlich der Kinder, gelten als die vertrauenswürdigsten Botschafter in Sachen Klima.

 

8. Klimakommunikation für alle
Das achte Prinzip besteht darin, das Gespräch für alle zu öffnen. Der Fokus auf Gemeinsamkeiten statt Unterschiede erhöht die Chancen, alle für den Klimawandel zu gewinnen. Vermeide es, die Argumente der Klimawandelleugner unnötig in den Vordergrund zu stellen. Erwähne stattdessen bei der Erwähnung von Argumenten der Klimawandelleugner, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen diese glauben.

 

 

 

Dieser Text erschien ursprünglich auf http://ReclaimTheFacts.com 

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