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Ein lesenswerter wirtschaftshistorischer Blick auf die Energiepolitik

DMZ –  POLITIK ¦ Dirk Specht ¦              

KOMMENTAR

 

Ein sehr lesenswerter Blick auf die deutsche Energiepolitik mit dem gebotenen Abstand vom hysterischen parteipolitischen Lärm. Zwei Historiker beschreiben die Entwicklung seit Bestehen der Bundesrepublik und ziehen glasklar das aus meiner Sicht entscheidende Fazit: Ursache der aktuellen Preiskrise ist die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und die Lösung muss deren Zerschlagung sein.

 

Historiker enden an dem Punkt korrekterweise. Mein persönlicher Kommentar ist einerseits der Hinweis, dass es politische Kräfte gibt, die exakt diese Abhängigkeit wiederherstellen wollen und wir sollten diesen Überlegungen keinen Mikrometer Raum geben. Andere Kräfte, die sich mit diesen teilweise aufgrund ähnlicher Interessen verbünden, wollen die Abhängigkeit von Öl und Gas erhalten. Auch das darf keinen Raum mehr haben.

 

Tatsächlich kann nicht Deutschland, aber Europa mit der Kombination aus Elektrifizierung und klug geplanten Erneuerbaren erstmals seit Ende des Weltkriegs wieder wahlweise energieautark (möglich!) werden oder seine Energieimporte so weit reduzieren (meine Präferenz), dass ein gesundes Marktgeschehen ohne Erpressungspotenziale entsteht.

 

Aufgrund dieser technisch und ökonomisch evidenten Möglichkeit erleben wir täglich Desinformationskampagnen auf allen Ebenen gegen exakt die Grundlagen für eine europäische Energiefreiheit, also von jedem Produkt der Elektrifizierung bis zur Energieerzeugung. Leider lässt sich vor allem die deutsche Öffentlichkeit dabei sehr gut spalten in die alte parteipolitisch emotionalisierte Debatte über Kernenergie. Da diese ebenso evident tatsächlich keine relevante Rolle spielen wird, nutzt das ebenfalls nur denjenigen, die an der Fortsetzung der europäischen Öl- und Gasabhängigkeit Interesse haben.

 

Wir sollten unsere Feinde erkennen und nicht deren Lieder singen!

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