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Globale Dringlichkeit: Long-Covid bei Kindern im Fokus und der Weg vorwärts

DMZ – GESUNDHEIT ¦ Anton Aeberhard ¦ 

 

Die weltweite Zunahme von Long-Covid ist in besonderem Maße alarmierend, da die Fälle bei Kindern signifikant steigen. Laut einem Bericht von Bradley Jolly auf mirror.co.uk befinden sich allein in England mindestens 100.000 Menschen, darunter auch Kinder, in der Gefahr, in den kommenden Wochen Long-Covid zu entwickeln. Dieser alarmierende Trend wird durch einen Anstieg der täglichen Krankenhausaufnahmen um 20 Prozent in der Woche bis zum 22. Dezember unterstrichen.

 

Der morgen veröffentlichte Bericht der UK Health Security Agency (UKHSA) bestätigt, dass die Fälle von Covid und Krankenhauseinweisungen seit dem letzten Update erheblich zugenommen haben. Besonders besorgniserregend ist die Situation junger Menschen, die in Schulen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, wie Professor Steve Griffin, Experte für Krebsvirologie an der University of Leeds, betont.

 

Die Verbreitung der hochansteckenden JN.1-Subvariante erhöht das Risiko schwerer Symptome bei Infizierten. Dieses Risiko wird durch verringerte Impfraten in den letzten zwei Jahren weiter verschärft, warnen Experten weltweit, so auch die Long Covid-Expertin Kathryn Hoffmann.

 

Mehr als drei Jahre nach den ersten COVID-19-Fällen leiden einige Patienten weiterhin unter den postinfektiösen Gesundheitsfolgen von Long-Covid. Diese langanhaltenden Symptome, wie Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Atemnot und Muskelschmerzen, halten länger als drei Monate nach der anfänglichen COVID-19-Infektion an. Obwohl die Omikron-Infektion im Vergleich zu früheren Varianten einen milderen akuten Verlauf aufweist, bleibt das Risiko und die Merkmale von Long-Covid von großem Interesse für die Planung von Präventions- und Rehabilitationsstrategien.

 

Verschiedene Studien haben Long-Covid nach allen Virusvarianten dokumentiert, wobei nach einer Omikron-Infektion ein geringeres Risiko besteht. Dennoch zeigt eine neuere Studie, dass über 50% der schwer betroffenen Patienten über 1,5 Jahre nach ihrer Infektion keine signifikante Besserung ihrer Symptome erleben, unabhängig von der Virusvariante.

 

Eine weitere Studie bestätigt, dass die Schwere der Long-Covid-Symptome nach Infektionen mit verschiedenen Virusvarianten, einschließlich Omikron, vergleichbar ist. Einige Symptome, wie körperliche Erschöpfung nach Delta- und Omikron-Infektionen, treten jedoch häufiger auf. Trotz der milderen akuten Phase von Omikron scheinen schwere Long-Covid-Symptome weiterhin aufzutreten.

 

Eine Studie, durchgeführt im Rahmen des European Research Council (ERC) Synergy Projekts WATCH (Well-Aging and the Tanycytic Control of Health), zeigt, dass eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 das Gehirn, insbesondere den Hypothalamus, betrifft und lebenslange Konsequenzen haben kann.

 

Die Studien betonen die Bedeutung der Untersuchung von schwer betroffenen Patienten mit Long-Covid aufgrund ihrer unterschiedlichen Merkmale und Prognosen. Trotz einer allmählichen Verbesserung der Long-Covid-Prävalenz in der Bevölkerung sind die Ergebnisse bei diesen Patienten weniger eindeutig. Sie können weiterhin unter schweren und chronischen Long-Covid-Symptomen leiden, die mehr als 2 Jahre nach der Infektion anhalten können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Erforschung und Behandlung von Long-Covid sowie der Bereitstellung von Informationen für Patienten mit Langzeitfolgen von COVID-19.

 

In Anbetracht dieser besorgniserregenden Entwicklungen ist es von größter Wichtigkeit, dass weltweit umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, insbesondere Kinder, zu schützen. Ein koordiniertes Vorgehen und verstärkte Impfkampagnen könnten dazu beitragen, die Auswirkungen von Long-Covid zu minimieren und die globalen Gesundheitssysteme zu entlasten.

 

Das Jahr 2023 markiert den Höhepunkt des Zusammenbruchs der öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen. 2024 wird voraussichtlich ein Jahr verstärkter globaler Herausforderungen in Bezug auf Krieg, Pandemie und bestehende Systeme. Eine umfassende Analyse und Maßnahmen zu Impfstrategien, Gesundheitssystemen, globaler Zusammenarbeit, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen, wissenschaftlichen Fortschritten, Long-Covid und globalem Aktivismus sind unerlässlich, um eine bessere Zukunft inmitten dieser anhaltenden globalen Krisen zu gestalten. Es ist an der Zeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen und entschlossen voranzuschreiten.

 

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