Impfung: Wiederholte Falschinformationen in Verschwörungskreisen

DMZ – WISSEN ¦ Sarah Koller ¦                 

 

Erneut taucht in einschlägigen verschwörungsgläubigen Kreisen ein Artikel* auf, der längst widerlegte Behauptungen wiederholt. Diese endlose Schleife von Desinformationen zeugt von einer groben Verzerrung wissenschaftlicher Erkenntnisse und einem erschreckenden Mangel an Verständnis für epidemiologische Zusammenhänge.

 

Der Autor umgeht bewusst die grundlegenden Prinzipien von Impfungen und epidemiologischer Forschung, indem er isolierte Zahlen ohne Kontext präsentiert – ein üblicher Trick von Desinformatoren.

 

Es ist bedauerlich, dass solche Artikel nicht nur die Wissenschaft diffamieren, sondern auch Ängste schüren und die Öffentlichkeit irreführen. Die selektive Darstellung von Daten und die Ignoranz gegenüber Impfquoten sind entweder ein Akt schwerwiegender Unkenntnis oder absichtliche Desinformation.

 

Es wäre wünschenswert, dass die Autoren solcher Berichte ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Wissenschaft erkennen und ihre Berichterstattung auf fundierten Daten und seriöser Analyse basieren. Fehlinformationen dieser Art können nicht nur Menschenleben gefährden, sondern auch das Vertrauen in wissenschaftliche Errungenschaften untergraben.

Falschaussagen im Artikel klargestellt

 

Der Artikel enthält mehrere falsche oder irreführende Aussagen. Hier sind einige Punkte, die diese Behauptungen widerlegen:

  1. Behauptung: Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle ist nach der Impfung gestiegen.
    Diese Aussage vernachlässigt den entscheidenden Faktor der Impfquote. Die absolute Anzahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bei Geimpften wird zwangsläufig höher sein, wenn mehr Menschen geimpft sind. Es ist wichtig, die Inzidenzraten zu betrachten, nicht nur die absoluten Zahlen.
  2. Behauptung: Das Pflegepersonal war trotz Impfung häufiger erkrankt.
    Auch hier spielt die Impfquote eine entscheidende Rolle. Ohne Kenntnis der genauen Impfquote unter dem Pflegepersonal ist es unzulässig, Schlussfolgerungen zu ziehen. Es kann andere Faktoren geben, die zu einer höheren Erkrankungsrate führen.
  3. Behauptung: Die Meldepflicht über den Impfstatus wurde nicht eingehalten.
    Wenn die Meldepflicht nicht eingehalten wurde, ist es nicht korrekt, daraus zu schließen, dass die offiziellen Stellen die Antwort auf die Wirksamkeit der Impfung verhindern. Es gibt verschiedene Gründe, warum der Impfstatus nicht immer erfasst wird, und das allein ist kein Beweis für eine Verschwörung.
  4. Behauptung: Die Todesfälle durch COVID-19 sind nach der Impfkampagne gestiegen.
    Auch hier ist es wichtig, die relativen Zahlen und die Impfquote zu berücksichtigen. Die Impfung verhindert nicht zwangsläufig alle Todesfälle, insbesondere bei älteren Menschen oder solchen mit Vorerkrankungen. Der Fokus sollte auf der Reduzierung schwerer Verläufe und Krankenhausaufenthalte liegen.

Noch einmal betonen wir: Wissenschaftliche Erkenntnisse basieren auf umfassenden Studien und Datenanalysen, nicht auf isolierten, aus dem Kontext gerissenen Zahlen. Einzelne Datenpunkte können irreführend sein und keine fundierten Schlussfolgerungen zulassen. 

 

*Wir verzichten bewusst darauf, die Quelle des fehlerhaften Artikels zu verlinken, um zu verhindern, dass dieser unnötig mehr Reichweite generiert – ein Ziel, das solche Desinformationsberichte oft verfolgen.

 

 

 

Fakten: 

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