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Lässt El Niño Seevögel verhungern?

DMZ –  TIERWELT/WISSENSCHAFT ¦ Sarah Koller ¦     

 

Die Meldung macht weltweit die Runde und viele Menschen sind skeptisch, ob es sich so verhält. Vielmehr werden Umweltverschmutzungen oder die Vogelgrippe vermutet. Ein Grund für uns, der Sache nachzugehen. Vor der Küste Mexikos hat man an den Stränden Hunderte tote Seevögel gefunden.

Dieses Vogelsterben vor der Küste Mexikos ist nach Einschätzung der Regierung höchstwahrscheinlich auf eine Erwärmung des Meerwassers im Pazifischen Ozean zurückzuführen. Kann das wirklich sein?

 

Ja, die Auswirkungen des El-Niño-Klimaphänomens auf die Seevögel vor der Küste Mexikos sind wissenschaftlich belegt. El Niño ist ein periodisch auftretendes Wetterphänomen, das mit einer Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifischen Ozean einhergeht. Dies führt zu Veränderungen in den Meeresströmungen und hat Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme.

 

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien und Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen El Niño und dem Sterben von Seevögeln hinweisen. Diese Studien stützen sich auf Beobachtungen vor Ort, Datenanalyse und Modellierung.

 

Zum Beispiel haben Forscher Untersuchungen anhand von Satellitendaten und ozeanographischen Messungen durchgeführt, um die Auswirkungen von El Niño auf die Meeresströmungen und die Verfügbarkeit von Nahrung für Seevögel zu analysieren. Sie haben festgestellt, dass die Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifik zu Veränderungen in den Meeresströmungen führt, die wiederum die Verteilung und Verfügbarkeit von Nahrung für Seevögel beeinflussen.

 

Darüber hinaus haben Studien das Verhalten und die Nahrungsquellen von Seevögeln während El Niño-Ereignissen untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Nahrungsquellen der Seevögel aufgrund der Veränderungen im Ökosystem während El Niño verändern können, was zu Nahrungsknappheit und letztendlich zum Verhungern der Vögel führen kann.

 

Die Erwärmung des Wassers im Pazifik hat zur Folge, dass sich die Fische tiefer im Wasser aufhalten, was es den Seevögeln erschwert, sie zu jagen. Dies führt zu einer Nahrungsknappheit für die Seevögel, und viele von ihnen verhungern. Das Phänomen des Vogelsterbens vor der Küste Mexikos wird auf diese Wechselwirkung zwischen der Erwärmung des Pazifiks durch El Niño und der Nahrungssituation der Seevögel zurückgeführt.

 

Ähnliche Massensterben von Seevögeln wurden bereits in Peru und Chile beobachtet, was darauf hinweist, dass diese Auswirkungen von El Niño auf die marinen Ökosysteme nicht auf Mexiko beschränkt sind. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Beobachtungen der Ministerien unterstützen die These, dass die Erwärmung des Pazifiks durch El Niño eine der Hauptursachen für das Verhungern der Seevögel vor der Küste Mexikos ist.

 

Notabene

In der wissenschaftlichen Forschung basieren die Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen El Niño und dem Sterben von Seevögeln auf Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten. Es ist schwierig, direkte kausale Zusammenhänge herzustellen. Dennoch deuten die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf hin, dass El Niño einen Einfluss auf die Nahrungssituation der Seevögel haben kann, was zu einem erhöhten Sterberisiko führt. Es bedarf weiterer Forschung, um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und zu bestätigen.  

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