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COVID-19-Impfstoffe könnten im Herbst einer umfassenden Überarbeitung unterzogen werden

DMZ –  GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Sarah Koller ¦         

 

Im Herbst könnte es eine umfassende Überarbeitung der COVID-19-Impfstoffe geben. Angesichts der anhaltenden Omikron-Variante wächst die Zustimmung, den ursprünglichen Coronavirus-Stamm aufzugeben, um eine bessere Immunantwort zu erzielen.

 

Die Entscheidungsträger müssen bald festlegen, welche Stämme in den Impfstoff für den Herbst aufgenommen werden sollen. Der ursprüngliche Stamm, der aus China stammt und längst ausgestorben ist, wird von vielen Wissenschaftlern favorisiert, aus der Impfstoffzusammensetzung entfernt zu werden. Letzte Woche stimmte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem zu. Es gibt jedoch noch offene Fragen, darunter die Entscheidung, ob mehrere Virusstämme oder nur ein einziger in den Impfstoff aufgenommen werden sollten.

 

Bisher wurden die COVID-19-Impfstoffe nur einmal modifiziert, als im September 2022 eine zweifache Version basierend auf dem ursprünglichen Stamm und der Omikron-Variante BA.5 eingeführt wurde. Die Impfrate war enttäuschend: Nur 17 % der Menschen in den USA haben sich impfen lassen (im Vergleich dazu erhalten etwa 50 % jährlich die Grippeimpfung). Außerdem waren viele Forscher der Ansicht, dass der zweifache Impfstoff weniger wirksam war als erhofft. Die Entscheidung, den Stamm der Vorfahren beizubehalten, basierte auf der Sorge, dass ein vollständig neuer Stamm entstehen könnte, gegen den ein rein auf Omikron basierender Impfstoff möglicherweise nicht wirksam wäre.

 

Jedoch hat sich gezeigt, dass alle bedeutenden neuen Varianten von Omikron abstammen, das im November 2021 erstmals in Südafrika entdeckt wurde. Außerdem zeigen immer mehr Beweise, dass ein Impfstoff, der zwischen einem aktuellen Stamm und einem ausgestorbenen Stamm aufgeteilt ist, es den Menschen schwerer macht, eine starke Immunantwort gegen das Virus aufzubauen.

 

Kürzlich wurde eine Vorabstudie veröffentlicht, die zeigte, dass Personen, die einen zweifachen Booster erhielten, keine wesentlich besseren Antikörper gegen Omikron produzierten als diejenigen, die den ursprünglichen Impfstoff erhalten hatten. Dies liegt an einem Phänomen namens immunologische Prägung, bei dem das Immunsystem aufgrund wiederholter Exposition gegenüber einem bestimmten Stamm, in diesem Fall dem Stamm der Vorfahren, eine einseitige Immunantwort entwickelt. Experten sind der Meinung, dass es jetzt wichtig ist, den Impfstoff besser an die aktuellen Varianten anzupassen.

 

Einige Forscher empfehlen einen einstimmigen Impfstoff basierend auf der XBB.1-Linie, die derzeit vorherrscht, während andere darüber debattieren, ob mehrere Omikron-Stämme aufgenommen werden sollten. Studien haben gezeigt, dass monovalente Impfstoffe gegen Omikron etwas besser abschneiden als solche, die den Stamm der älteren Varianten enthalten.

 

Die Frage ist, ob besser auf die aktuellen Stämme abgestimmte Impfstoffe nicht nur schwere Krankheitsverläufe, sondern auch die Übertragung des Virus reduzieren können. Einige Studien zeigen, dass die aktuellen Impfstoffe in dieser Hinsicht weniger effektiv sind. Es wird auch diskutiert, ob neben den mRNA-Impfstoffen von Pfizer und Moderna auch Protein-Untereinheit-Impfstoffe von Novavax zum Einsatz kommen sollten.

 

Es ist wichtig, dass die Aufsichtsbehörden und Unternehmen flexibel bleiben und die neuen Impfstoffe gezielt an diejenigen verabreichen, die ein höheres Risiko haben. Die Impfbereitschaft wird im Herbst weiterhin eine Herausforderung sein, daher ist es entscheidend, die Bemühungen zur Impfung effektiv zu koordinieren.

 

Fazit

Im Herbst zeichnet sich eine umfassende Überarbeitung der COVID-19-Impfstoffe ab. Derzeit besteht Konsens darin, den ursprünglichen Coronavirus-Stamm zu entfernen und Impfstoffe anzubieten, die besser auf die sich verändernden Varianten des Virus abgestimmt sind. Wissenschaftler empfehlen, den Stamm der Vorfahren aus der Impfstoffformulierung zu entfernen, da er nicht mehr existiert und die Immunantwort möglicherweise beeinträchtigt. Es wird diskutiert, ob ein Impfstoff mit einem einzigen aktuellen Virusstamm oder mit mehreren Omikron-Stämmen wirksamer wäre. Studien deuten darauf hin, dass monovalente Impfstoffe, die nur auf die aktuelle dominierende Variante abzielen, möglicherweise besser abschneiden als Impfstoffe, die den Stamm der Vorfahren enthalten.

 

Die aktuellen Impfstoffe haben gezeigt, dass sie schwere Krankheitsverläufe reduzieren können, aber ihre Wirksamkeit gegenüber symptomatischen Verläufen und Übertragung ist begrenzt. Eine engere Anpassung der Impfstoffe an die aktuellen Varianten könnte dazu beitragen, die Übertragung des Virus zu verringern. Neben den mRNA-Impfstoffen von Pfizer und Moderna wird auch die Verwendung von Protein-Untereinheit-Impfstoffen von Novavax diskutiert, da diese möglicherweise eine länger anhaltende Schutzwirkung bieten könnten.

 

Es ist wichtig, dass die Aufsichtsbehörden und Unternehmen flexibel bleiben und die neuen Erkenntnisse im Zusammenhang mit COVID-19 berücksichtigen. Eine gezielte Impfung von Personen mit einem höheren Risiko sollte priorisiert werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen bei der Impfbereitschaft ist eine effektive Koordination der Impfbemühungen unerlässlich.

 

 

Quelle:

https://www.science.org/content/article/covid-19-vaccines-may-undergo-major-overhaul-fall

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