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CH: «SwissDRGs» - Debakel für das gesamte Gesundheitssystem

DMZ –  POLITIK  / GESUNDHEIT/ MM ¦ AA ¦              

 

Die Probleme im deutschen und schweizerischen Gesundheitssystem sind alt und weitreichend, aber dennoch wird kaum in den Medien darüber berichtet. Durch politische Fehlsteuerungen und eigennütziges Handeln von Leistungserbringern sowie Kliniken kommt es seit Jahren zu einer gezielten Ausschlachtung von Fallpauschalen auf Kosten der Patienten und der Prämien- und Steuerzahler.

 

Bereits im Jahr 2009 hat Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt in einem Manuskript auf die Korrektur dieser Fehlleistungen durch die politischen Entscheidungsträger aufmerksam gemacht. Es geht dabei um die Einführung der Fallpauschalen, auch als DRGs bekannt, die jedoch weder den Patienten noch den Kliniken nutzen, sondern der Bürokratie. Das DRG-System bietet unbegrenzt ausufernde Möglichkeiten, den Papierkrieg zum Schaden der Patienten ins Absurde zu steigern.

 

DRGs wurden erstmals 1967 an der Yale-Universität entwickelt und werden in den USA seit 1983 im Medicare-Bereich verwendet. Deutschland hat 2000 ein bereits existierendes DRG-System ausgewählt, um darauf aufbauend ein eigenes Modell zu entwickeln. Die Schweiz entschied sich im Dezember 2005 zur Einführung eines DRG-Systems auf Grundlage des deutschen Modells, welches durch den Prozess der Helvetisierung an die schweizerische Behandlungswirklichkeit angepasst werden soll.

 

Die Erfahrung im deutschen Gesundheitswesen zeigt, dass das DRG-System weder den Patientinnen und Patienten noch den Kliniken nützt, sondern der Bürokratie. Es bietet sinnlose und unbegrenzt ausufernde Möglichkeiten, den Papierkrieg zum Schaden der Patientinnen und Patienten ins Absurde zu steigern.

Ein Beispiel verdeutlicht diese Behauptung: Wird ein Patient nach einem operativen Eingriff während 17 Tagen künstlich beatmet, fällt er in eine bestimmte Fallpauschalen-Kategorie und die Klinik erhält dafür eine bestimmte Vergütung. Ab dem 22. Beatmungstag rutscht der Patient jedoch in eine höhere Kategorie, wodurch die Klinik eine höhere Vergütung erhält. Dies führt zu einer gezielten Ausschlachtung von Fallpauschalen auf Kosten der Patientinnen und Patienten sowie der Prämien- und Steuerzahlerinnen und -zahler. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das DRG-System unethisch und unmoralisch ist und in der Schweiz nicht benötigt wird.

 

Seit der Veröffentlichung hat sich in dieser Angelegenheit leider nichts Zählbares getan. Es scheint, dass die politischen Entscheidungsträger in der Gesundheitsbranche aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen nicht gewillt sind, angemessene Reformen durchzuführen, um das Gesundheitssystem zu verbessern.

Die Ärzteschaft und die politischen Entscheidungsträger haben es geschafft, die politischen Prozesse zu ihren Gunsten zu beeinflussen, indem sie das Stimmrecht des Volkes eingeschränkt haben. Dies hat dazu geführt, dass die Interessen der Bevölkerung nicht mehr angemessen berücksichtigt werden.

 

Leider hat die Medienbranche auch versäumt, dieses Problem aufzugreifen und öffentlich zu machen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Entscheidungsträger in der Gesundheitsbranche weiterhin eigennützig handeln und die Patientensicherheit sowie die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems gefährden.

Es ist bedauerlich, dass sogar einige Medien aufgrund ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen nicht bereit sind, diese Missstände aufzudecken. Eine offene Diskussion und Transparenz in dieser Angelegenheit sind jedoch dringend erforderlich, um das Gesundheitssystem zu verbessern und sicherzustellen, dass die Interessen der Bevölkerung angemessen berücksichtigt werden.

 

Der bekannte Experte und Patientenvertreter Dr. Andreas Keusch hat ein umfangreiches Informationsschreiben verfasst, welches detailliert die Probleme aufzeigt. Auslöser für sein Schreiben ist der aktuell publizierte Artikel zu den Fallpauschalen von "Infosperber" mit Urs P. Gasche. Nach seiner Meinung ist dieser Artikel aufgrund von Zensur nur noch als sehr kritisch zu hinterfragendes Spiegelbild unseres rein ökonomisch auf Gewinn- und Profit ausgerichteten Gesundheitssystems zu betrachten.

 

Dr. Andreas Keusch bringt in seinem Infoschreiben klar zum Ausdruck, dass dieser Gedanke uns wirklich zum Nachdenken anregen sollte, wenn wir verhindern möchten, dass das einzigartige Schweizer Gesundheitssystem aufgrund seiner Finanzierungsstruktur und der ökonomisierten "strukturellen Korruption" von politischen und medialen Institutionen „mit Vollgas an die Wand gefahren wird.“  

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