"Corona-Anzeige" - Verschwörungsideologische Kreise sehen darin eine Bestätigung

DMZ – WISSEN / GESELLSCHAFT ¦ Marko Kovic ¦          

GASTKOMMENTAR

 

Die verschwörungsideologische Gruppe "Corona-Anzeige" reichte gegen Swissmedic und fünf Ärzte Strafanzeige ein. Grund: U.a. angebliche Verletzung von Sorgfaltspflichten bei Covid-Impfungen.

 

Das Verfahren ist wenig aussichtsreich - aber die Gruppe hat diskursiv bereits gewonnen.

Das verschwörungsideologische Narrativ der Gruppierung wurde im Zuge der heutigen Medienkonferenz journalistisch übernommen und wiedergegeben. Die Gruppe hat sich eine öffentlichkeitswirksame Plattform geschaffen. Journalist*innen können nicht *nicht* darüber berichten.

Journalist*innen scheuen sich, die Akteure kritisch zu beleuchten. Der Anwalt Philipp Kruse ist nicht bloss "Impf- und Covid-Massnahmegegner". Er ist Hardcore-Verschwörungstheoretiker, der u.a. glaubt, die Pandemie sei geplant und die Covid-Impfstoffe organisierter Massenmord.

 

Sobald die Gruppe, aller Voraussicht nach, mit ihrer Strafanzeige scheitert, werden verschwörungsideologische Kreise darin trotzdem eine Bestätigung sehen: Die dunklen Mächte unterdrücken die Wahrheit, etc.

Insgesamt hat die Aktion erfolgreich das Overton-Fenster verschoben: Das Verschwörungs-Narrativ ist öffentlich prominent platziert; (journalistische) Gegenrede bleibt aus; das Narrativ wird in den kommenden Tagen von Weltwoche und Co. dutzendfach wiederholt und verstärkt.

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