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Online Casino Games: Wie sieht die Rechtslage im DACH-Raum aus?

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DMZ –  TIPPS ¦ Maya West ¦                                                        Bildquelle: unsplash.com

 

Online Casinos erfreuen sich wachsender Beliebtheit und sind in Europa für viele Gambler heute die erste Wahl, wenn es um das Thema Zocken geht. Die Länder haben diesen Umstand erkannt und so ist die staatliche Regulierung nicht nur in der DACH-Region ein Thema.

Wenn es Angebote, wie 50 Freispiele ohne Einzahlung gibt, strömen neue Kunden in Scharen in die vielfältigen virtuellen Spielbanken der Länder. Aber was ist eigentlich erlaubt und was ist verboten? Dürfen Online-Casinos heute ohne Sorge genutzt werden?

 

Ein Überblick über die Regeln in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich.

Das Glücksspiel – gesellschaftliches Thema mit besonderen Herausforderungen

Schon seit vielen Jahrzehnten ist Glücksspiel ein Thema der modernen Gesellschaft und in den letzten Jahren kam es zu einem Wandel. Lange Zeit galten Spiele wie Roulette, Poker und Co. als verrufen, heute sind sie es nicht mehr. Seriöse Anbieter öffnen ihre virtuellen Türen und bieten dem Verbraucher von nebenan die Möglichkeit, ganz ohne Sakko und Abendkleid um Echtgeld zu spielen. Ein Reiz, der die Behörden auf den Plan gerufen hat, denn spielerische Sicherheit steht ganz oben auf dem Programm.

 

Die Gefahr einer Spielsucht ist gegeben, hier darf niemand unrealistisch denken. Doch moderne Glücksspielanbieter kennen das Risiko und haben Mechanismen entwickelt, um ihre Spieler zu schützen. Auch viele Staaten haben Regulierungsmaßnahmen in ihre Gesetzbücher aufgenommen. Ob Deutschland, Schweiz oder Österreich – die DACH-Region reguliert das Glücksspiel zum Schutz ihrer Spieler.

 

Glücksspiel in der Schweiz – die Regeln im Überblick

In der Schweiz trat im Jahr 2019 das neue Geldspielgesetz in Kraft, welches auch virtuelles Glücksspiel erlaubte. Die Besonderheit dabei ist, dass lediglich Schweizer Casinos ihr Angebot offerieren dürfen, ausländische Casino-Angebote hingegen mit einer IP-Sperre belegt werden, sodass die Spieler nicht darauf zugreifen können. Klassisch ist die Jugendschutzsperre. Ab 18 darf Glücksspiel in der Schweiz gezockt werden, bei Lotteriespielen liegt das Mindestalter hingegen nur bei 16 Jahren.

 

Per Gesetz wurden die einzelnen Kantone dazu verpflichtet, Maßnahmen zur Prävention vor einer Glücksspielsucht zu ergreifen, Behandlungs- und Beratungsangebote müssen zur Verfügung stehen. Die Casinos selbst müssen sich verpflichten, ein sogenanntes Sozialschutzkonzept zu installieren und Spieler, die durch gefährdendes Spiel auffallen, vom Angebot auszuschließen.

 

Verantwortlich für die Regulierung des Angebotes ist die ESBK (Spielbankenkommission) in der Schweiz. Sie vergibt Lizenzen an Schweizer Casinos, die damit auch zur Ausführung von Online-Glücksspiel berechtigt sind. Ohne eine solche A- oder B-Lizenz ist ein virtuelles Glücksspielangebot nicht erlaubt. Eine A-Lizenz sieht vor, dass es keine Einzahlungslimits gibt und keine Regulierungen bezüglich des Spielangebots. Eine B-Lizenz setzt auf Einzahlungsgrenzen und eine begrenzte Auswahl an Spielen (zum Beispiel nur Automatenspiel).

 

Glücksspiel in Österreich – der liberale Markt?

Seit 1998 wird seitens des österreichischen Staates ein Download-Casino betrieben, was virtuelles Glücksspiel ermöglicht. Damit gilt Österreich als einer der Vorreiter hinsichtlich des virtuellen Glücksspiels. Allerdings ist das Monopol nur auf jene Anbieter ausgelegt, die direkt in Österreich agieren. Virtuelle Casino-Anbieter haben jedoch die Möglichkeit, eine Lizenz in Österreich zu erhalten und damit offiziell zu den legalen Anbietern gezählt zu werden. Es gibt keine aktiven IP-Sperren, sodass Gambler in Österreich theoretisch auf alle Angebote aus dem Ausland zugreifen können.

 

Bezüglich der Spieleauswahl geht es im Burgenland auch bedeutend weniger streng zu als beispielsweise in Deutschland. Vom Bankhalterspiel bis zum Automatenspiel ist hier alles gestattet, sofern die Casinos lizenziert und die Spieler volljährig sind.

 

Wenn die Teilnahme an ausländischen und nicht lizenzierten Anbietern auch nicht aktiv unterbunden wird, gilt sie im Land dennoch als illegal. Die Exekutive des Landes verfolgt jedoch nicht die Spieler, sondern die Anbieter. Auszuschließen ist eine Verfolgung jedoch nicht, sodass es für Gambler aus Österreich die beste Lösung ist, stets auf das im Land vielfältig vorhandene, legale Angebot zurückzugreifen.

 

Glücksspiel in Deutschland – seit 2021 neu reguliert

Deutschland ist mit seinem seit dem 1. Juli 2021 geltenden Glücksspielstaatsvertrag ein Nachzügler, wenn es um die Regulierung des Marktes geht. Seither ist es aber auch den deutschen Gamblern erlaubt, in virtuellen Casinos ihr Glück zu versuchen. Zuvor ging das Bundesland Schleswig-Holstein einen Sonderweg und ermöglichte es Online-Anbietern bereits, eine Lizenz für den Betrieb von virtuellen Casinos zu erhalten.

Anders als die beiden anderen DACH-Länder ist Deutschland bei der Umsetzung von Regularien deutlich strenger und steht dafür bei den Spielern teils heftig in der Kritik. So wurden beispielsweise sämtliche Bankhalterspiele verboten, lediglich virtuelles Poker ist aufgrund der schweren Abgrenzung zwischen Glücks- und Strategiespielen weiterhin im Internet möglich. Roulette, Blackjack oder Baccarat dürfen jedoch Online-Casinos nicht mehr anbieten, sehr zum Unmut vieler Spieler.

 

Auch bezüglich der Einzahlung ins virtuelle Casino hat Deutschland klare Grenzen gesetzt. Maximal 1.000 Euro pro Spieler sind zulässt, was darüber hinausgeht, ist nicht erlaubt. Zur Regulierung wurde eine zentrale Sperrdatei eingerichtet, die von der Glücksspielbehörde OASIS überwacht wird. Offiziell nimmt OASIS erst ab dem 1. Januar 2023 den vollständigen Betrieb auf, denn Stand Ende August 2022 wurde in Deutschland noch keine einzige offizielle Lizenz endgültig vergeben.

 

Spielerschutz von staatlicher Seite und durch Anbieter

Im Fokus steht bei allen Regularien der Schutz der Glücksspieler, denn das Thema Spielsucht ist ernst und betrifft im Schnitt ein Prozent der spielenden Bevölkerung. Am Beispiel Deutschland zeigt sich aber, dass viele Maßnahmen, die mit dem GlüStV beschlossen wurden, schon zuvor längst umgesetzt wurden. Denn auch bevor virtuelles Glücksspiel offiziell legalisiert wurde, waren Spieler aus den DACH-Ländern in Online-Casinos unterwegs. Der Zugriff auf Angebote mit Lizenz aus Malta war zumindest in Deutschland und Österreich nie gesperrt und auch hier gab und gibt es Regeln, an die sich Betreiber zu halten haben.

 

So ist beispielsweise der Panikbutton, der in Deutschland nun zwingend vorgeschrieben ist, schon vor vielen Jahren in maltesischen Casinos eingeführt worden. Er sieht vor, dass ein Spieler sich per Knopfdruck für 24 Stunden sperren lassen kann, um bei gefährlichem Spielverhalten einem übermäßigen Geldverlust vorzubeugen.

 

Im Sinne der Spieler tun Behörden und Staat gut daran, gemeinsam mit den Casinos zu arbeiten. Wenn genug Auswahl zur Verfügung steht, ist der Zugriff auf illegale Angebote geringer, was den Spieler vor Gefahren schützt. Sind die Regularien hingegen zu hart, ist es sehr wahrscheinlich, dass Glücksspieler auf illegale und damit gefährlichere Angebote ausweichen und sich in Gefahr bringen.  

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